Herausgeber:
Historischer Verein für das Fürstentum Liechtenstein
Erscheinungsjahr:
1923
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000009871/365/
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vorenthalten. Der Gotteshausbund schaltete und waltete nun 
über die Besitzungen des Bistums, als wäre er Eigentümer 
derselben. Unter dem Vorwände, Schulden des bischöflichen 
Stuhles zu bezahlen, veräußerte der Bund eine Reihe von 
Einkünften und Gütern; so die Herrschaft Flums an Ludwig 
Tschudi; Puschlav, die Herrschastsleute in Greifenstein, die 
Gerichte im Lugnez, Jlanz, Grub und Flims kauften sich los. 
Die bischöflichen Einkünfte im Beltlin, Kläven und Worms 
behielt der Gotteshausbund für sich und fügte sich auch einem 
Schiedspruche des Johann Aebli von Glarus nicht. 
Bischof Paul starb 1541 auf Fürstenburg und wurde im 
Kloster Marienberg bestattet. Sein Nachfolger war L u z i u s 
I t e r, aus einem Ehurer Bürgergeschlechte. Cr beschwor dem 
Gotteshausbund folgende Artikel: er wolle die drei Bünde bei 
den Artikeln, bei dem Glauben und Wesen lassen, darin sie 
jetzt seien; er wolle alles, was in Abwesenheit des Bischofs 
Paul in bezug auf die bischöflichen Güter und Rechte durch 
Kauf, Verkauf oder Lösung geschehen sei, genehm halten; er 
wolle ohne Zustimmung des Domkapitels und Gotteshaus 
bundes nichts veräußern; er wolle die Ämter nur mit Gottes 
hausleuten besetzen; ohne Zustimmung des Domkapitels und 
des Gotteshausbundes wolle er seine Würde nicht ablegen oder 
zu Gunsten eines andern daraus verzichten. 
Bischof Luzius starb nach acht Jahren (1549); er sah noch, 
wie der Abfall von der Kirche selbst im Beltlin und in Kläven 
eintrat. 
Bischof Luzius hatte im Jahre 1544 das Triesenberger 
und Triesner Zehentlehen dem Balthasar von Ramschwag, kai 
serlichem Vogt auf Gutenberg, verliehen. 
Des Bischofs Luzius Nachfolger war ThomasPlanta 
von Zuz, welcher die vorerwähnten Artikel ebenfalls beschwor. 
Die Familie von Salis hätte gerne ein Glied ihres Geschlechtes 
auf dem bischöflichen Stuhl gesehen, den Erzpriester Bartholo 
mäus von Salis zu Sondrio. Vergeblich suchte sie den Bischof 
Thomas bei dem Papste in den Verdacht der Ketzerei zu brin 
gen. Er wurde in Rom für unschuldig befunden. Auf seiner 
Rückreise von Rom, wohin er sich zu seiner Rechtfertigung 
begeben hatte, besuchte er die Kirchenversammlung zu Trient, 
welche aber bald wegen drohender Kriegsgefahr unterbrochen 
wurde. 
Die Güter des Klosters St. Luzi standen unter weltlicher 
Verwaltung des Gotteshausbundes. Mit Wehmut empfanden 
dies die Mönche, welche zu Bendern wie in der Verbannung 
leben mußten. Ihr Abt Georg Feuerstein erhielt von Kaiser
        

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