Herausgeber:
Historischer Verein für das Fürstentum Liechtenstein
Erscheinungsjahr:
1923
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000009871/317/
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fallen, wie auch Feldkirch, wenn der Walgau bleibend in ihrer 
Gewalt war. Im Walgau hatte sich eine zahlreiche Macht ge 
sammelt aus Landleuten des Tales, aus dem Zuzug aus Tirol 
und demjenigen aus Schwaben; man schätzte sie auf 14.000 
Mann. Sie lag hinter einer sehr starken Verschanzung, Letzi 
genannt, bei Frastanz. Die Stellung war diese: Etwa eine 
halbe Stunde von Feldkirch, am linken Jllufer, liegt der Wei 
ler Gallmist; hier war die alte Letzi, und hier vorbei ging hie 
alte Straße nach Frastanz. Hinter Gallmist gelangt man aus, 
eine nicht sehr breite, zwischen den steilen Ufern der Jll , 
den waldigen Höhen des Lanzengasts liegende Ebene, an dern 
Ende gegen Frastanz zu eine kleine Kapelle der Mutter des 
Herrn zu Ehren gebaut ist. Der Rand der Ebene fällt überall 
steil ab. Ob der Kapelle zieht sich die Ebene am Fuße des 
Lanzengasts sehr verengt fort. Herwärts des Saminabachs am 
untern Dorf dehnt sich eine starke Erhöhung gegen die Jll hin 
aus, gleich einem natürlichen Wall. Zwischen diesem Wall und 
dem Rande der Ebene ist eine beträchtliche Vertiefüttv^Riet und 
Sumpf. Da, wo die Ebene sich verengt, begann die Letzi und zog 
sich durch die bewaldeten Höhen des Lanzengasts hin, die durch 
grasreiche Gelände und Hügel bis zur Voralp Amerlügsn 
unterbrochen sind. Am untern Dorf und überall, wo dis 
Beschaffenheit des Bodens nicht hinlängliche Sicherheit ge 
währte, waren Basteien und Bollwerke aufgeworfen, mit Ge 
schütz versehen und im Wald selbst Verhaue angelegt. So war 
die linke Seite durch den Wald und die Anhöhen geschützt; 
der Feind hatte nur eine schmale Angriffslinie und unmöglich 
war es, die Letzi vön vorne zu erstürm§n>~Hinter derselben, 
am untern Dorf lag die Hauptmacht des schwäbisichemHundss; 
im Rücken hatte sie den aus den Baduzer Alpen komntenden 
Saminabach und das obere Dorf Frastanz und zur rechten 
Seite die Jll, über welche ein Steg an das rechte Ufer führte, 
wo ebenfalls Geschütz und Mannschaft aufgestellt war. Die 
Stellung war gut gewählt, wenn der Feind bloß von vorne 
angriff; wenn er sie aber umging, war aller Vorteil auf seiner 
Seite; denn er stürzte von der Höhe herab, und den Schwä 
bischen blieb kein Rückzug als über die Jll, wenn sie geschlagen 
wurden. 
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Hinter dieser Letzi beschlossen die vom schwäbischen Bund 
den Feind zu erwarten; denn sie wußten wohl, daß Guten 
berg sich halten werde, und wollten den Vorteil ihrer Stellung 
nicht aufgeben. Die Eidgenossen erhielten immer neuen Zu 
zug, so daß sich ihre Macht fast auf 10.000 Mann belief. Es 
befanden sich zu Vaduz und in der Umgegend die Banner von
        

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