Herausgeber:
Historischer Verein für das Fürstentum Liechtenstein
Erscheinungsjahr:
1923
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000009871/311/
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und der Eidgenossen Wissen Chur nicht zu verlassen. Die 
zirka 500 Mann Besatzung (Walgauer, Bregenzerwälder und 
brandisische Leute) wurden geteilt; die eine Hälfte wurde in 
die Eidgenossenschaft, die andere in die zwei Bünde abgeführt. 
„Im Schloß Maienfeld waren bei 22 Fuder Wein, Korn, 
Fleisch, Käse, Mehl und aller Speisen ein Vorrat, schöner 
Hausrat, Kleider, Kleinodien, Bettgewand, Harnisch und Waf 
fen. Das alles ward in Kübeln, Gelten und Brenten hinaus 
getragen, verpraßt und weggeführt. Kästen und Tröge wurden 
mit Helleparten und Aexten aufgeschlagen; nichts blieb ganz 
oder an seiner Stelle. Einer lies hin, der andere her; Fenster, 
Gläser, Kessel, Häfen, Pfannen, alles, was man ziehen und 
tragen mochte, wurde weggerafft. Den Hausrat warf man zu 
den Fenstern hinaus in den Garten; da paßte jeder und fing 
auf, soviel er mochte. Biel kam über den Rhem von Hausrat 
und gutem Wein. Sie rumten suber uf und tat jeder sin Bests 
und ließen nichts in der Fest." Der Keller ward zum Pferde 
stall und in der Kapelle blieb kein Nagel an der Wand. Im 
Städtchen verfuhren sie bescheidener; aber vier Bürger, die es 
mit Ludwig von Brandts gehalten, darunter Wolf Ort, der die 
Feinde nach Maienfeld geführt hatte, wurden mit dem Schwerte 
gerichtet. Man nahm die Bürger und die Landschaft in Eid 
und Pflicht und ließ eine Besatzung im Städtchen. So ging 
jeder heim „und selten ging einer leer, er trug eine Hechel 
oder Scheer, einen Hafen auf dem Rucken, unterm Kessel tät 
er sich bucken. Kissen, Psulfen auf Roß gebunden, Harnisch, 
was sie hatten funden, Degen, Spieß und Helleparten, keiner 
tat des andern warten, Segeffen, Eifenkellen, Röst und Wetz 
stein, damit kam der Mehrteil heim". 
Nach der Einnahme von Maienfeld rückten die Bünde und 
die Eidgenossen vor Aspermont, welches denen von Schlan- 
dersberg gehörte. Diese Feste ergab sich sogleich und hatte das 
gleiche Schicksal wie das Schloß zu Maienfeld. 
Die zwei Bünde zogen hierauf ins Prätigau zu den acht 
Gerichten, die zum Reiche gehörten, und nach Davos. Diese 
schwuren zu ihnen und die Davoser gaben das österreichische 
Fähnlein, das ihnen von Feldkirch aus zugesendet worden, 
heraus. Sie nahmen und verbrannten die Burgen Kastels, 
Belfort und Straßberg. Der Bund der zehn Gerichte vereinigte 
sich mit den beiden andern Bünden gegen den Kaiser. 
6) DerWalgauschwörtzudenEid genossen. 
Die Eidgenossen rückten von Vaduz in die Nähe von Feldkirch, 
willens diese Stadt und den Walgau einzunehmen. Sie la 
gerten zu Bendern am Eschnerberg. Mit Schmerz sahen die
        

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