Herausgeber:
Historischer Verein für das Fürstentum Liechtenstein
Erscheinungsjahr:
1923
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000009871/308/
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Pfarrkirche, wo sie zwar von dem Feinde eingeschlossen, aber 
von ihren Leuten im Walgau mit Geld ausgelöst wurden. Die 
vom schwäbischen Bund büßten bei 300 Mann ein, zwei Fähn 
lein und zwei Büchsen. Der Bannerträger von Ulm nahm die 
Fahne, da er sie anders nicht retten konnte, zwischen die Zähne 
und fand so seinen Tod. Der Bericht, welchen der Ritter Jo 
hann von Laubenberg und der Bürgermeister von Jsni von 
diesem Treffen gaben, stimmt mit der vorstehenden Erzählung 
im Wesentlichen überein. Die Ursache des unglücklichen Aus 
ganges desselben sahen sie vorzüglich in dem Umstand, daß 
sich die vom schwäbischen Bunde, um alle Dörfer des Frei 
herren von Brandts zu schützen, zuweit ausgedehnt hätten, 
indem üe in zwei Haufen geteilt gewesen; 700 Mann von 
den Städten waren bei dem einen und 1000 Mann vom Adel 
bei dem anderen, so daß gegenseitige Unterstützung unmöglich 
war. Die Eidgenossen bei 6000 Mann stark seien unerwartet 
über den Rhein gesetzt und hätten die Schwäbischen umgan 
gen. Diese hätten sich dessen ungeachtet tapfer gewehrt und 
200 Eidgenossen erschlagen, soviele als auch von den Schwä 
bischen geblieben und seien dann zur Flucht genötiget worden. 
Bon den Hauptleuten sei nur ein Herr von Lupfen umge 
kommen. Die Geschlagenen hätten sich nach Feldkirch gelegt; 
wären sie dort geblieben, bis sie mehr Volk gehabt hätten, 
wäre ihnen dieses nicht begegnet. Hiemit ist ein Hauptfehler 
der schwäbischen Kriegsleitung angedeutet; sie sorgten nie für 
hinreichende Mannschaft, die dem Feinde überlegen gewesen 
wäre. Es fehlte auch an der Qualität der Mannschaft und 
der Führer. 
Das Treffen bei Triefen geschah in den Bormittagstunden. 
Ludwig von Brandis konnte von seiner Burg zu Vaduz aus 
das ganze Unglück überschauen; er vernahm den Lärm der 
Schlacht, stritt aber nicht mit den Deinigen um das Seine. 
Richt lange säumten die Eidgenossen bei Triefen; „sie steckten 
das schöne Dorf in Brand", sagt Tschudi, und rückten auf Va 
duz, das nur eine halbe Stunde entfernt ist. Das Dorf ward 
sogleich besetzt und Mannschaft gegen die Burg beordert, welche 
auf einem Felsen über dem Dorfe liegt. Sie hatte eine feste 
Lage und starke Mauern und war mit Büchsen und Kriegs 
bedarf versehen. Sie hätte also leicht gehalten werden können. 
Aber Ludwig von Brandis bat die eidgenössischen Hauptleute 
zu sich ins Schloß, begehrte zu unterhandeln und bot, um sich 
und seine Leute von der Plünderung loszukaufen, bei 10.000 
Gulden. Während die Waffen ruhten, die Hauptleute im 
Schlöffe waren und die Unterhandlung ihren Fortgang hatte,
        

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