Herausgeber:
Historischer Verein für das Fürstentum Liechtenstein
Erscheinungsjahr:
1923
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000009871/284/
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Die drei Brüder stifteten gemeinschaftlich im Jahre 1474 
eine Kaplanei zu Vaduz. Sie bestätigten auch gemeinsam der 
Stadt Maienfeld den Freiheitsbrief ilires Vaters^ und ihres 
Bruders Rudolf sei. (1472). Georg fiel in der Schlacht bei 
Seckenheim unweit Mannheim im kaiserlichen Heere im 
„Pfälzer Kriege". Als der kräftigste und tätigste unter den 
Brüdern zeigte sich Ulrich. Er war des Herzogs Sigmund 
von Oesterreich-Tirol Rat und Vogt zu Feldkirch. Der Ge 
mahlin des Herzogs, Eleonora von Schottland, waren die 
Herrschaften in Vorarlberg und in der Schweiz zu lebens 
länglichem Genusse verschrieben. Da sie infolgedessen wegen 
eines jährlichen Zinses von 80 Pfd. ab der Steuer von Gams 
mit dem Freiherrn Albrecht von Hohensax, welcher dieselben 
für sich ansprach, in Streit kam, beauftragte sie den Frei 
herrn Sigmund von Brandts mit Ausgleichung dieser Streit 
sache, die er auch zuwege brachte (1458). Der Herzog kam in 
Streit mit den Eidgenossen weaen der Stadt Rapperswil und 
wegen den ihrer Vergehen wegen aus Tirol verwiesenen Brü 
der Gradner. Diese erwarben das Bürgerrecht in Zürich und 
kauften die Herrschaft Eglisau. Wegen einer alten Schuld 
verschreibung forderten sie nun den Herzog vor eidgenössisches 
Gericht und als dies von ihm verweigert wurde, erhoben sie 
Fehde. Zürich unterstützte ihre Mitbürger und rückte mit 
Kriegsvolk ins Feld. Bei Rheinegg setzte dasselbe über den 
Rhein, brandschatzte von Bregenz bis Dornbirn und belagerte 
das Schloß Mühlegg bei Fußach. Die Feste wehrte sich, wurde 
aber genommen und die Besatzung niedergemacht. Schwyz und 
Glarus nahmen sich der Stadt Rapperswil an und sagten 
dem Herzog ab mit den andern Eidgenossen. Diese eroberten 
Diessenhofen, Frauenfeld, Thurgau und rückten in das öster 
reichische Rheintal, wo sie, wie schon erzählt, brandschatzten 
und Mühlegg brachen. Die Grafen von Sargans sagten dem 
Herzog ab und hielten zu den Schwyzern und Glarnern, 
welche in das Sarganserland rückten, Wallenstadt, Freuden 
berg und Ridberg einnahmen, mit Urnern und gürchern in 
das Gebiet von Vaduz einbrachen, Vaduz und Schaan plün 
derten und weiter gegen Feldkirch und Ems vordringen woll 
ten, um den Ihrigen im untern Rheintal Luft zu machen. 
Da erhielten sie in Schaanwald Nachricht, daß diese über 
den Rhein entkommen seien. Das geschah 1460. Es wurde 
nun ein Waffenstillstand und im folgenden Jahre Frieden 
geschlossen. Den Eidgenossen blieb das Geraubte. Wir erfahren 
nicht, welchen Ersatz die Freiherren von Brandts erhielten für 
die mutwillige Plünderung ihres Gebietes, da sie mit den
        

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