Herausgeber:
Historischer Verein für das Fürstentum Liechtenstein
Erscheinungsjahr:
1923
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000009871/275/
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etwas zu schaffen habe. Müsse er sie wegen Mahnung des 
römischen Reiches überziehen, so wolle er sie drei Tage vorher 
vor Schaden warnen lassen. Dasselbe versprachen auch die 
Appenzeller; aber sie hielten nicht Wort. In der March stan 
den neben anderen Eidgenossen auch Berner und Appenzeller 
(1445). Diese forderten jene zu einem Zuge über den Rhein 
auf. Er wurde ausgeführt. Montags vor Lichtmeß gingen bei 
4000 Mann über den Rhein; bei Montigeln zündeten sie einige 
Häuser an, um „sich zu wärmen", da es kalt war. Die Oester- 
reicher rückten ihnen entgegen, wichen aber gegen die Feste 
Neuburg zurück, wo sie sich aufstellten und tapfer verteidigten. 
Der Übermacht weichend zogen sie sich gegen das Gebirge 
zurück nach Rankweil und Feldkirch. Die Eidgenossen folgten 
bis Altenstädt, wo sie übernachteten, den Ort plünderten und 
verbrannten. Sie wandten sich dann gegen Rankweil und zogen 
abwärts, trieben zu Dornbirn und anderswo bedeutende 
Brandschatzungen ein, verbrannten Fußach und kehrten über 
den Rhein nach Altstätten zurück. Hans zum Baum, der An 
führer der Berner, berichtete über diesen Zug dem Rat zu 
Thun, sie hätten ein Dorf abgebrannt nahe am Rhein vor 
einer Feste heißet Neuburg; die aus der Feste hätten einen 
Ausfall getan, wären aber zurückgeschlagen worden. Von 
Feldkirch bis Bregenz hätten sie alles gewüstet. Nun wollen 
sie auch in das Land des von Brandts und auch das wüsten. 
Von Altstätten zogen die Eidgenossen nach Sargans. Bei 
dieser Gelegenheit geschah es wohl, daß die Appenzeller die 
Feste Hohensax einnahmen und die zu derselben gehörigen 
Leute ihnen zu huldigen zwangen. Sie taten dies ohne Ab 
sagebrief an Kaspar von Bonstetten, welcher damals jene Herr 
schaft besaß; auch trieben sie den Leuten am Eschnerberg das 
Vieh weg. Wolfhart von Brandis schickte ihnen deshalb durch 
einen Boten ein Schreiben zu, worin er sie von den Feind 
seligkeiten gegen sein Land und seine Leute abmahnte. Der 
Anführer der Appenzeller aber trat den Brief mit Füßen und 
sagte zu dem Boten, die Appenzeller wollten noch anders mit 
dem Brandis umgehen. Am Schollberg machten die Eidge 
nossen Halt, gingen über den Rhein und verbrannten Dal- 
zers, nachdem sie es ausgeplündert hatten. Dann setzten sie 
wieder an das linke Rheinufer über, rückten gegen die Letzi 
bei Mels, welche die Bauern verließen, und wandten sich dann 
nach Sargans. In Sargans lag eine Besatzung von 600 Mann. 
Die Eidgenossen unternahmen einen Sturm auf das Städt 
chen und gewannen es trotz der tapferen Gegenwehr der Be 
satzung (5. Februar 1445). Rur das Schloß hielt sich, worin
        

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