Herausgeber:
Historischer Verein für das Fürstentum Liechtenstein
Erscheinungsjahr:
1923
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000009871/229/
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reit gestattete. Nach frommer Vorbereitung ging der Bischof 
zur ewigen Ruhe ein am 6. September 1416 auf Sonnenberg. 
Seine Leiche wurde unter großem Pomp nach Chur überführt 
und in der Gruft der Bischöfe feierlich beigesetzt. Trotzdem 
feine vielen kriegerischen Unternehmungen für die Rechte 
seines Bistums auch feinen Untergebenen großes Ungemach 
bereiten mußten, erfreute er sich doch bei ihnen hoher Ver- 
ehrung. Er war der letzte männliche Sprößling der Grafen 
von Werdenberg-Sargans zu Vaduz. 
6. Der Appenzeller Krieg. 
In dem Lande Appenzell, das unter dem Abt von St. 
Gallen stand, wohnten Reichsleute, Leute des Abtes und 
vieler Edlen. Die Reichsländlein Huntwil, Urnäfch, Gais 
und Teufen verbanden sich mit St. Gallen und den Reichs 
städten in Schwaben und erhielten das Recht, ihre Obrigkeit 
selbst zu wählen (1378). Die Abte von St. Gallen waren 
zwar Landesherren über das ganze Appenzellerland, aber die 
Leute in demselben, welche zum deutschen Reiche gehörten, ge 
nossen größere Freiheiten als die Leute des Abts und der 
Edlen. AIs Kuno von Stoffeln Abt wurde (1397), beschloß er, 
die Herrschaftsgefälle mit größerer Strenge einzutreiben. Als 
bald klagten die Landleute über vielfachen Druck und wei 
gerten sich, dem Abt zu huldigen, ungeachtet sie der Spruch 
der Städte, an welche sich der Abt wandte, dazu anhielt. Vor 
züglich waren es die Angehörigen des Reiches, welche ihre 
Rechte und Freiheiten nicht aufgeben und Untertanen des 
Abtes werden wollten. Abt Kuno stützte sich auf die Hilfe von 
Oesterreich, unter dessen Schutz das Kloster stand; aber feine 
Strenge erbitterte die Gemüter immer mehr. Sie verjagten 
feine Amtleute und schloffen einen Bund mit der Stadt St. 
Gallen, die sich auch vom Abt frei machen wollte. Außer den 
schon genannten Gemeinden waren es Appenzell, Trogen und 
Speicher. Die Leute aus anderen Gemeinden traten jenem 
Bunde bei und es kam bald zu Tätlichkeiten. Die Feste Helfen 
stein wurde von den Appenzellern erobert, Klanx belagert. 
Da erschienen die Städte um den Dodensee zur Vermittlung. 
Sie sprachen dem Abt das Recht zu, feine Amtleute nach, Be 
lieben zu wählen; doch sollen es im Lande ansäßige Leute sem. 
Die Steuern sollten die Appenzeller dem Abte wie bisher 
entrichten. Auch über fteien Abzug, über Lehen, Fall und 
Geläß und ähnliche Beschwerden wurde entschieden, aber der
        

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