Herausgeber:
Historischer Verein für das Fürstentum Liechtenstein
Erscheinungsjahr:
1923
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000009871/211/
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sagte den Eidgenossen ab; Graf Hans von Sargans, Wilhelm 
von Montfort, Donat von Toggenburg taten dasselbe. Graf 
Heinrich von Vaduz und sein Bruder Graf Hartmann, Kom- 
thur zu Wädensschil, enthielten sich der Teilnahme an diesem 
Kriege. Bei Sempach standen am 9. Juli 1386 die Ritter 
4000 an Zahl und die Zuzüge der Städte, darunter auch solche 
von Feldkirch, 1500 Eidgenossen gegenüber. Die Ritter wollten 
den Borstreit haben gegen die „Bauern" und bildeten anfangs 
einen undurchdringlichen Lanzenwald, bis Arnold von Win- 
kelried aus Unterwalden so viele Speere mit seinen kräftigen 
Armen umfaßte, als er konnte, und den Seinen eine Gaffe 
machte. Ueber seine Leiche drangen die Eidgenossen in die 
Ritterhaufen und erschlugen, was nicht fliehen konnte oder 
wollte. Im Getümmel fiel Herzog Leopold selbst; denn käm 
pfend für das Seine wollte er auf dem Seinen fallen und 
verschmähte unrühmliche Flucht. Der Uebermut des Adels 
erhielt eine blutige Lehre. Da fielen auch zwei Ritter von 
Ems, zwei von Schellenberg und viele Bürger aus Feldkirch. 
Die Leiche des Herzogs ward nach Königsfelden gebracht und 
allda bestattet. 
Bald zog sich der Krieg in unsere Nähe. Der junge Herzog 
Leopold, Sohn des bei Sempach erschlagenen, überzog die 
Glarner mit Krieg, weil sie einige Dörfer, die zu Oesterreich 
gehörten, aufnahmen. Daran nahmen auch der Graf von 
Toggenburg und der von Sargans Anteil. Aber die Glarner 
siegten; es fielen manche Herren und Ritter auch aus Ehur- 
walchen. Zwischen Oesterreich und den Eidgenossen wurde 
nun ein siebenjähriger Anstandsfriede geschloffen (1389). 
Graf Rudolf von Feldkirch vermehrte indeß der Stadt 
ihre Freiheiten und auf sein Ansuchen bestätigte sie König 
Wenzel sowie das Recht auf Umgeld und Strafgelder und 
Vogt- und Gotteshaus- und Eigenleuten zu Bürgern aufneh 
men zu dürfen. Schon früher hatte er der Stadt den Wald 
zwischen der III und Tasters und denjenigen im Saminatal 
verkauft. Dem Domkapitel zu Chur schenkte er die Pfarreien 
Schaan, Götzis und Rankweil und stiftete mit dem Grafen 
Heinrich von Vaduz das St. Klarakloster in Valduna. Im 
Jahre 1390 begab er sich nach Konstanz und ließ sich, da er 
erkrankte, nach Fußach bringen, wo er am 13. November des 
gleichen Jahres starb. Er wurde in der St. Nikolaikirche zu 
Feldkirch als der Letzte seines Stammes mit Schild und Helm 
beigesetzt. Ihm verdankt diese Stadt ihre Freiheiten und ihre 
zunehmende Blüte. Stadt und Grafschaft Feldkirch gingen 
infolge der Kaufverträge an Oesterreich über.
        

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