Herausgeber:
Historischer Verein für das Fürstentum Liechtenstein
Erscheinungsjahr:
1923
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000009871/195/
201 
heiratete den Grafen Ferdinand von Wolfegg. Sie starb als 
die letzte Trägerin des Namens von Schellenberg-Kißlegg im 
Jahre 1754. Ihre Nachkommen sind in der Primogenitur in 
den Fürstenstand erhoben worden. 
Hüfingen kam, wie bereits erwähnt wurde, durch 
Guta von Blumberg an diese Linie von Schellenberg; diese 
Herrschaft liegt in der badischen Bar. Die von Schellenberg 
zu Hüfingen erwarben auch Mundelfingen und andere Orte. 
Auf der Höhe ihres Ruhmes und ihres Reichtums stand diese 
Linie unter Konrad III., der ein hoch angesehener Mann und 
gesuchter Friedensvermittler war. Er starb 1528. Sein Sohn 
Hans erwarb die Herrschaft Randegg und sein Enkel „Hans 
der Gelehrte" stand unter dem ganzen damaligen schwäbischen 
Adel einzig da als ein klassisch gebildeter Mann. Er war Ob- 
mann der hegauischen Ritterschaft, Besitzer einer Wappen 
sammlung und einer großen Bibliothek, in der auch die be 
rühmte sogenannte Manesse'sche Liederhandschrist sich befand. 
Er starb kinderlos 1609. Dann geriet diese Familie infolge 
des 30jährigen Krieges und eigener Liderlichkeit in große Ar 
mut; durch haushälterischen Sinn nachfolgender Vertreter 
derselben erholte sie sich wieder, so daß sie in den Freiherren 
stand erhoben wurde. Ein Johann Josef v. Schellenberg- 
Hüfingen heiratete eine Bürgerliche und fiel in einer Schlacht 
gegen die Türken. Da seinem Sohne wegen seiner nicht eben 
bürtigen Mutter die Erbfolge in den Lehengütern versagt 
blieb, nahm er Dienste in einem Hüttenwerk und lebte als 
Angestellter in einfachen Verhältnissen. Sein Sohn Josef 
Anton heiratete wieder eine vom Adel namens Maria The 
resia Pappus von Trotzberg. Er erhielt den Besitz seiner Ah 
nen zum Teil wieder zurück, behielt aber seine Stelle als Berg 
werkaufseher bescheiden bei. Rach seinem Tode muß es mit 
der Familie wieder abwärts gegangen sein; denn sein Sohn 
Johann Josef Anton starb als der Letzte seines Stammes 
in Dürftigkeit am 8. Oktober 1812. Ihm setzte seine Gattin 
in der Kirche zu Hüfingen folgende Grabschrift, die auch dem 
ganzen Geschlechte gelten kann: „Dem Freiherren Josef Anton 
v. Schellenberg, letztem Sprossen eines alten, edlen Geschlechts, 
setzte dieses Denkmal ehelicher Liebe seine trauernde Gattin 
Franziska v. Schellenberg geb. Freifrau v. Lilgenau. Wie 
die Blätter am grünen Stamme machsen und abfallen, so die 
Geschlechter der Menschen. Das eine stirbt und ein anderes 
wird geboren." —
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.