Herausgeber:
Historischer Verein für das Fürstentum Liechtenstein
Erscheinungsjahr:
1923
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000009871/137/
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normt, hinterlassend. Dieser erbte das Herzogtum Schwaben. 
Bei Strafe des Bannes verbot Papst Alexander IV., der auf 
Innozenz IV. gefolgt war, dem Konradin die Krone zuzu 
wenden. Wilhelm von Holland war nämlich von den Friesen 
erschlagen worden und die deutsche Königskrone erlediget. 
Das Geschlecht der Staufer hat 116 Jahre regiert und dem 
Reiche sechs Kaiser gegeben. 
In dieser Zeit waltete Bischof Heinrich III. mit großer 
Kraft als geistlicher und weltlicher Herr in Lhurrätien. In 
Deutschland, das ohne König war, sah es schrecklich aus. Es 
war die Blütezeit des Faustrechtes und des Raubrittertums. 
Auch in Rätien gab es Adelige, die die Gelegenheit nicht ver 
säumen zu dürfen glaubten, ungestraft Gewalttaten besonders 
gegen das Hochstist zu verüben. Zu denselben gehörten die 
von Räzüns, Beimont, Freiberg und Realt und die Vögte 
von Matsch. Der Bischof sah sich genötigt, zu den Waffen zu 
greifen. Heinrich von Räzüns, Heinrich von Belmont, Simon 
von Montalt, Heinrich von Wildenberg, Heinrich von Brin- 
egg und Ulrich von Kästris hatten einige Festen des Hochstifts 
gewaltsam besetzt und weigerten sich, dieselben herauszugeben, 
wenn ihnen der Bischof nicht 300 Mark Silbers verspreche 
und dafür Geiseln stelle. Ein kirchliches Gericht, das der päpst 
liche Nuntius bestellte, entschied, der Bischof brauche nichts 
zu zahlen. Nun verbanden sich die genannten Adeligen mit 
anderen ihresgleichen und sogar mit solchen aus Oberitalien. 
Sie drohten dem Bischof sogar mit Einbruch in seine Residenz 
Chur. Da war der Bischof gezwungen, sich zur Wehr zu setzen. 
Er verbündete sich mit seinem Bruder Hugo zu Feldkirch, zog 
den Feinden mit zahlreichen Kriegsleuten entgegen und schlug 
sie in einer Schlacht bei Ems am 26. August 1255. Später 
verhielt sich auch Eberhart von Aspermont feindlich gegen den 
Bischof und hielt ihn sogar eine Zeit lang gefangen. Die 
von Matsch im Vintschgau, die sich immer frecher gegen das 
Hochstift benahmen, zwang der Bischof zu einem Vergleich, 
wornach er alles ungerecht sich angemaßte Gut zurückgeben 
mußte. Um sich gegen die raublustigen Adeligen sicher zu 
stellen, vermehrte der Bischof die festen Orte. Vom Grasen 
von Misox kaufte er die Feste Aspermont mit dem Hof Moli- 
nera'bei Trimmis und von seinem Vetter Baral von Wangen 
die Burg Reams mit Zubehör. Er erbaute ferner die Burgen 
Fürstenau im Domleschg und Herrenberg bei Sevelen und 
vollendete die Burg Friedau bei Zizers. Die Schirmvogtei 
über das Hochstist, die durch das Aussterben der Hohenstaufen 
ledig geworden war, verlieh er nicht weiter, sondern zog sie
        

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