Herausgeber:
Historischer Verein für das Fürstentum Liechtenstein
Erscheinungsjahr:
1923
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000009871/127/
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die durch ein Schiedsgericht bestimmten Schulden bezahlen. 
Freier Handel und Verkehr soll zwischen Gotteshausleuten 
von Chur und Bürgern von Como sein. Hartwig von Matsch 
schloß ebenfalls im folgenden Jahre Frieden, und dem Gra 
fen Hugo und dem Freiherrn von Sax war der Beitritt zum 
Frieden offen gelassen. 
Bald nach diesem Frieden starb Bischof Arnold (1221). 
Er hatte im Jahre 1215 die Pfarrei Bendern dem Kloster 
St. Luzi inkorporiert und war mit dem Abt von Weingarten 
und einem Domherrn von Straßburg vom Papste zum Rich 
ter bestellt worden in einer Rechtssache des Frauenstistes in 
Zürich. 
Rach des Bischofs Arnolds Tode fand eine zwiespältige 
Wahl statt, da Heinrich von Realt, Domherr zu Chur, uno 
Albert von Güttingen, Propst zu St. Stephan in Konstanz 
und Domherr von Chur, Stimmen erhielten und Anspruch 
auf die Churer Insul machten. Nachdem der Abt von Di- 
sentis vergeblich zu vermitteln gesucht hatte, kam die Streit 
frage zur Entscheidung nach Rom. Der von Güttingen ver 
dankte seine Stimmen dem Gelde seines Bruders Rudolf, 
Abts von St. Gallen. Bevor das päpstliche Urteil gefällt 
wurde, starben beide Kandidaten. Run suchte der Abt das 
Bistum für sich selbst zu erlangen, was ihm auch gelang. Er 
wurde Bischof. Er wollte aber auch die Abtei beibehalten, 
was ihm nur mit Mühe und auf besonderen Wunsch des Churer 
Domkapitels und des Konventes von St. Gallen vom Papst 
Honorius III. und nur auf drei Jahre bewilligt wurde. Als 
im Jahre 1225 der Kardinal Konrad von Urach als päpst 
licher Legat in dieser Gegend einen Kreuzzug predigte, war 
ihm Bischof Rudolf sehr behilflich und begleitete ihn über 
die Alpen und nach Rom. Gleichzeitig kam Kaiser Friedrich 
nach Oberitalien. Der Bischof von Chur wurde sehr ehren 
voll von ihm aufgenommen. Er und der Kardinallegat ver 
blieben mehrere Monate beim Kaiser und unterstützten ihn 
in seinen Friedensbestrebungen. Dann reisten sie nach Rom 
weiter, wo der Bischof aber am Fieber erkrankte und starb 
(1226). Auch von den Cdeln, die den Bischof begleitet hatten, 
starben die meisten hinweg. 
In dem Jahre, da der Bischof Rudolf von Güttingen 
starb, erschlug Graf Diethelm von Toggenburg seinen Bruder, 
den Grafen Friedrich, der ein Schwiegersohn des Grafen 
Hugo I. von Montfort war. Graf Friedrich war auf dem 
Reichstag zu Cremona zum Ritter geschlagen worden. Als 
er heimkehrte, vermählte er sich mit einer Tochter des Grafen
        

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