Herausgeber:
Historischer Verein für das Fürstentum Liechtenstein
Erscheinungsjahr:
1923
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000009871/107/
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Dem rechtmäßigen Papst Alexander in. setzte er einen After- 
papst namens Viktor entgegen und als dieser bald plötzlich starb, 
einen zweiten Namens Paschalis. Dadurch brachte er eine 
verhängnisvolle Spaltung in die Kirche. Auch ernannte er 
eigenmächtig Bischöfe und Erzbischöfe. 
Der Bischof Egino war ein Anhänger des Kaisers und 
seines Gegenpapstes und verfiel deshalb der Exkommunikation. 
Er erhielt die Weihe auch nur von einem vom Kaiser unrecht 
mäßig eingesetzten Erzbischof. 
Papst Alexander III. ermunterte die lombardischen Städte 
zum Widerstand und tat den Kaiser in den Bann, als er mit 
bewaffneter Hand seinen Gegenpapst nach Rom führte. Der 
Papst floh nach Benevent. Auf diesem Zuge folgten dem 
Kaiser die Mischen Vasallen mit dem Herzog Friedrich von 
Schwaben. Aber die römische Fieberlust und eine ansteckende 
Seuche, die schnell um sich griff, war den Deutschen gefähr 
licher als das Schwert der Feinde. Da starben der Herzog 
Friedrich, der Herzog Welf, Graf Bertold von Bregenz-Pfullen- 
dorf, Graf Heinrich von Tübingen und Montfort und zahl 
lose Ritter. Der Kern seines Heeres bei 22.000 Mann fan 
den damals in Italien ihr Grab. Man sah in diesem Ereignis 
eine Strafe Gottes. Aber die Italiener faßten darob neuen 
Mut. Die lombardischen Städte verbündeten sich enger und 
führten die Mailänder in die neuerbaute Stadt zurück. Sie 
besetzten die Alpenpässe, um dem Kaiser den Rückweg nach 
Deutschland zu verlegen. So befand sich dieser in einer schlim 
men Lage; die tapfersten Streiter hatte ihm die Seuche dahin 
gerafft; mit dem Reste seines Heeres rückte er auf Lucca und 
nur mit Mühe und unter großer Lebensgefahr kam er nach 
Deutschland zurück. So standen die italienischen Angelegen 
heiten auf dem gleichen Punkte wie früher. 
In Deutschland suchte Friedrich vor allem Ruhe und 
Eintracht zu erhalten, um neue Kraft gegen die lombardischen 
Städte zu gewinnen. Seinen ältesten Sohn Heinrich ließ er 
zu seinem Nachfolger wählen und krönen; seinem anderen 
Sohne Friedrich V. gab er das Herzogtum Schwaben. Der 
alte Welf trat alle seine Lehen in Italien dem Kaiser ab und 
setzte ihn zum Erben aller seiner Güter in Deutschland ein. 
Durch diese italienischen Güter aber kam der Kaiser in ein 
noch gespannteres Verhältnis zum Papste, weil dieser eben 
falls ein Recht darauf beanspruchte. 
Bischof Egino belehnte den Sohn des Kaisers, den Her 
zog Friedrich von Schwaben, mit der Schirmvogtei über das
        

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