Herausgeber:
Historischer Verein für das Fürstentum Liechtenstein
Erscheinungsjahr:
1923
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000009871/106/
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söhnte er sich vor allem mit den Welfen aus, gab Heinrich dem 
Löwen Baiern und entschädigte Heinrich von Oesterreich da 
durch, daß er dieses Land zu einem Herzogtum mit großen 
Vorrechten erhob. Hierauf zog er mit zahlreichem Heere zum 
zweitenmale über die Alpen, um das ungehorsame Mailand 
zu strafen. Er belagerte die Stadt und trieb sie so sehr in die 
Enge, daß sie sich ergeben mußte. Zur Strafe für die Verletzung 
der kaiserlichen Majestät mußten die Edlen der Stadt barfuß, 
mit bloßen Schwertern, die übrigen Bürger mit Stricken um 
den Hals vor dem König erscheinen. Nun erst erhielten sie 
Verzeihung. Durch Rechtsgelehrte und Abgeordnete der Städte 
ließ der Kaiser die kaiserlichen Rechte untersuchen und machte 
dieselbe aufs neue bekannt. Vermöge dieser Rechte kam ihm 
die Ernennung der Konsuln, d. h. der Häupter der Stadt zu. 
Als Friedrich von seinen Rechten Gebrauch machen wollte, 
waren es die Mailänder, die sich auf das hartnäckigste wider 
setzten. Da sprach der Kaiser die Acht über die Stadt und 
schwur, die Krone nicht eher aufs Haupt zu setzen, bis Mai 
land unterworfen wäre. Ein mehrjähriger, mit großer Erbitte 
rung und Grausamkeit geführter Krieg folgte, an dem auch 
die rätischen Vasallen teilnahmen. Die Stadt, welche auf das 
Engste eingeschlossen war, mußte sich auf Gnade und Ungnade 
ergeben (1162). Da erschienen im kaiserlichen Lager zuerst die 
Edeln von Mailand, dann das Volk in 100 Rotten geteilt, 
Stricke um den Hals, Asche auf dem Haupte, das Kreuz in 
der Hand. Der Kaiser schenkte allen das Leben. Ueber das 
Los, 'welche die Stadt treffen sollte, entschied die Reichsver 
sammlung zu Pavia also: „Mailand soll wüst und leer sein; 
die Einwohner verlassen die Stadt und siedeln sich in zerstreu 
ten Flecken an." Da wurden die Mauern gebrochen und die 
Stadt dem Erdboden gleichgemacht. 
3. Bischof Egino von Ehrenfels. Friedrich I. Fortsetzung. 
Was der hl. Adalgott Gutes gewirkt hatte, sollte bald 
arg verdorben werden. Sein Nachfolger war Egino von Ehren- 
fels, der aber erst sieben Jahre nachher die bischöfliche Weihe 
erhielt. Seine Wahl fiel in die Zeit, da Kaiser Friedrich mit 
dem Oberhaupte der Kirche in heftigstem Kampfe lag, da der 
Hvhenstaufer seine Macht auch über die Kirche ausdehnen 
wollte, während der Papst die Freiheit der Kirche verfocht.
        

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