Herausgeber:
Historischer Verein für das Fürstentum Liechtenstein
Erscheinungsjahr:
1923
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000009871/105/
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befand er sich nicht oft. Im Jahre 1153 war er in Konstanz 
beim Könige Friedrich I. und nahm an den Verhandlungen 
und Angelegenheiten des Reiches lebhaften Anteil. Als Zeuge 
unterzeichnete er den Vertrag vom 23. März 1153 zwischen 
dem Könige und Papst Eugen III. über die gegenseitige An 
erkennung. Überdies findet sich sein Name unter manchen 
königlichen Urkunden, die zu Konstanz ausgestellt wurden. In 
jener Gegend nahm er auch Weihen vor. AIs er fein Ende 
nahen fühlte, ließ er sich in sein geliebtes Kloster Disentis 
bringen, um sich fern von allen Zerstreuungen auf das Leben 
vorzubereiten, welches ohne Ende fortdauert. Reich an Jah 
ren und Verdiensten starb er am 3. Oktober 1160. Die Kirche 
verehrt ihn als Heiligen. 
Wie Bischof Adalgott in seinem Bistum Zucht und 
fromme Sitte herzustellen suchte, so suchte König Friedrich I. 
die kaiserliche Gewalt überall herzustellen, wo dieselbe in Ver 
fall geraten war, wie in Italien, Burgund und dem Königreich 
Arelat. Ihm schwebte Karl der Große als Vorbild vor der 
Seele, und er setzte die Kraft seines Lebens daran, das Kaiser 
tum zu dem Glanz und zu der Würde zu erheben, die ihm in 
der Christenheit gebührten. Reben die Schöpfung Gregors VII. 
in geistlicher Hinsicht sollte die Friedrichs I. in weltlicher Hin 
sicht treten. 
' Italien voll blühender Städte, die durch Handel und 
Schiffahrt zu großer Macht gelangten, war damals das Land 
der Bildung, des Reichtums und der Freiheit. In Rom wollte 
das Volk die weltliche Oberherrlichkeit des Papstes nicht an 
erkennen und sich in die republikanischen Formen des Alter 
tums kleiden, wobei Arnold von Brescia sich besonders tätig 
zeigte. Er leugnete auch die Rechte des Kaisers und predigte 
in Rom die Souveränität des römischen Senates. Auch die 
Mailänder anerkannten keinen Herrscher mehr über sich. Mai 
land ragte durch Reichtum und Macht über die anderen Städte 
der Lombardei hervor und suchte sich dieselben zu unterwerfen. 
Schwigger von Aspermont, ein rütischer Edler, übergab dem 
Rate der stolzen Stadt ein Schreiben des Königs Friedrich, 
worin dieser gebot, von der Fehde gegen Cremona, Lodi und 
Pavia abzulassen. Aber die Mailänder zerrissen das königliche 
Schreiben, und nur durch eilige Flucht rettete der Abgeordnete 
des Königs sein Leben. Friedrich brach alsobald nach der 
Lombardei auf, ließ sich in Pavia krönen, zerstörte Tortona 
zum abschreckenden Beispiel für andere Städte und empfing 
in Rom die Kaiserkrone 1155. Rach Deutschland-zurückgekehrt
        

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