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sammlungen beiwohnen wollen, haben aus die dem geistlichen Stande 
zuerkannte Auszeichnung Anspruch und mit diesem gleichen Rang. 
8 9- 
Zur ordentlichen Versammlung der Stände werden Wir vor dem 
Schluffe eines jeden Jahres einen Landtag ausschreiben, wobei Unser 
zeitlicher Landvogt in Vaduz, als Unser landesfürstlicher Commissarins, 
den Vorsitz und die Leitung der Geschäfte zu sühren, die Sitzung zu 
eröffnen und zu schließen hat. 
Dieser Landtag ist insoweit bis zur nächsten Ausschreibung für 
fortwährend zu betrachten, als Wir gedacht Unserm Commissario die 
Befugnis erteilen, auch im Laufe des Jahres, wenn es nötig sein sollte. 
Unsere getreuen Stände zur außerordentlichen Versammlung zusammen 
zu berufen. Zu jeder Versammlung ist ein jeder Landstand 14 Tage 
vorher schriftlich einzuladen. 
8 10. 
Jede eigenmächtige Versammlung der Stände ohne vorhergegangene 
Einladung, sowie jede eigenmächtige Verlängerung der Sitzung wird, 
außer der Ungülftgkeit der Beschlüsse, mit Verlust der Landstandschaft, 
und nach Umständen noch strenger, sowie tumultuarisches und achtungs 
widriges Betragen nach Vorschrift der bestehenden Gesetze bestraft werden. 
8 11. 
Unseren auf dem Landtage versammelten getreuen Ständen werden 
Wir durch Postulate den Bedarf jedesmal vorlegen, und da Wir davon 
nichts für Uns behalten, sondern lediglich jene Ausgaben darunter be 
griffen werden, welche zur innern Verwaltung und rücksichtlich der 
äußern Verhältnisse erforderlich sind: so haben Unsere getreuen Stände 
sich nur über die Eindringlichkeit der postulierten Summen zu berat 
schlagen und dafür zu sorgen. 
8 12. 
Da es Unser fester Wille ist, daß alle liegenden Besitzungen 
ohne Unterschied des Eigentümers nach einem gleichen Maßstab in die 
u Steuer gezogen werden sollen, mithin eine vollkommene Gleichheit in 
Tragung der allgemeinen Lasten einen jeden einzelnen Untenan vor 
Überhaltung sichere: so soll auch die Ausrechthaltung dieser Gleichheit 
ein Gegenstand der landständischen Obsorge sein. 
8 13 - 
Nur das allgemeine Beste des Landes darf das Augenmerk der 
Stände sein, jede Parteilichkeit oder Begünstigung einzelner Personen 
oder Klassen ist zu vermeiden. Daher Wir jedem Landstande die Be 
fugnis einräumen, aus dem Landtage Vorschläge zu machen, die aus 
das allgemeine Wohl abzielen: über den darüber erfolgenden Landtags 
schluß behalten Wir Uns jedoch das Recht der Genehmigung oder Ver 
werfung vor. 
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