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Zwecke für die Wähler 300 bis 400 fl. aufwenden mußte, so 
daß er unter Umständen ruiniert werden konnte, wenn er kein 
Vermögen besaß. ] ) 
Die Zahl der Streitigkeiten und Prozesse, die aus den 
inangelhaften Amtshandlungen der Landammänner hervor 
gingen, stieg bei dem geringen Respekt, den ihre Aussprüche 
fanden, naturgemäß in unglaublicher Weise; nicht minder ver 
vielfältigten sich die Zusammenkünfte der Gerichte und 
daher auch die bezüglichen Kosten. Da die Gerichtspersonen 
sich nebstbei jeden Schritt und Tritt von den Parteien be 
zahlen ließen, erwuchsen den letzteren viele unnötige Auslagen. 
Wie beschaffen die Verwaltung und die Rechtsprechung 
war, die unter der Ägide der Landammänner vor sich ging, 
mag daraus entnommen werden, daß ein großer Teil der 
Richter weder lesen noch schreiben konnte. 1 2 3 ) 
Diesen anarchischen Zuständen machte der Fürst ein 
Ende, indem er das seit der Auflösung des deutschen Reiches 
ohnedies hinfällig gewordene Institut der Landam- 
männer, welches sich zuletzt nur als Karrikatur einer öffent 
lichen Einrichtung darstellte und geeignet war, das Land all 
gemeinem Spotte auszusetzen, mit 1. Jänner 1809 ausdrück 
lich aufhob und gleichzeitig verfügte, daß von dem nämlichen 
Zeitpunkte an die von den Landammännern ausgeübte Judi 
katur an das fürstliche Oberamt in Vaduz überzugehen habe.b) 
1) Bericht Menzingers vom 12. Juni 1805, L. R. A. (alte Registratur, 
Faszikel 1.) Die Überlieferung großer Schwelgereien, zu welchen die 
Landammannswahlen Anlaß gaben, hat sich bis in die Gegenwart er 
halten; in Vaduz-soll einmal bei Gelegenheit einer solchen Wahl der 
Wein aus Kübeln getrunken worden sein; der Gewählte wollte den 
Wählern offenbar in protziger Art seine Würdigkeit zum Amte beweisen. 
2 ) Vgl. Büchel, S. 86; der Kooperator Pümpel (gest. 1816) war 
von der Gemeinde Triefen wegen mangelhafter Versehung der Schule 
beim bischöflichen Ordinariate in Chur verklagt worden; über den Vor 
wurf, daß er nichts leiste, verantwortete er sich damit, daß dies die 
dummen Bauern gar nicht beurteilen können, da selbst von den 
Richtern die meisten weder lesen noch schreiben können; 
er könne aus Ochsen und Eseln keine Nachtigallen machen. 
3) Nach Kaiser, der an der Regierung der Fürsten aus dem Hause 
Liechtenstein überhaupt kein gutes Haar läßt, vollzog sich die Aufhebung 
des Landammannamtes unter ganz anderen Gesichtspunkten; er schreibt
        

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