13 
suchte das Heer bei Regensburg auf das linke Donauufer zu 
überführen, was nur dadurch glückte, daß der Fürst durch 
stürmische Reiterangriffe den Übergang zu decken vermochte; 
andernfalls wäre eine Katastrophe unvermeidlich gewesen. 
Der Erzherzog rückte nun durch Böhmen nach Nieder 
österreich, Napoleon auf der linken Donauseite in der Richtung 
gegen Wien, das am 12. Mai kapitulierte; bei Aspern trafen 
sich die beiden Heere wieder. 
Während der zweitägigen Schlacht am 21. und 22. Mai 
1809 wurden dem Fürsten, der sich durch beispiellose Kühn 
heit auszeichnete, fünf Pferde unter dem Leibe weggeschossen; 
ein Kopfhieb verbog ihm die Metallhülse des grünen Feder 
busches, „aber dieser berühmt gewordene zerhauene Federbusch 
war überall sichtbar, wo die Gefahr am größten war", sagt 
Criste, der bei diesem Anlasse eine höchst anschauliche Schil 
derung wiedergibt, die Oberstlieutenant Gollner, der Adjutant 
des Fürsten, über dessen Verhalten bei Aspern entworfen hatte. 
Erzherzog Karl bekannte laut und offen, daß Fürst Jo 
hann die Schlacht entschieden habe; in dem Armeebefehle vom 
24. Mai 1809 gedachte er des Fürsten in folgenden Worten: 
„Der Herr General der Kavallerie, Fürst Johann Liechten 
stein, hat seinen Namen verewigt. Dieses Gefühl und die 
warme Anhänglichkeit an seine Person verbürgt ihm den Dank 
unseres Monarchen. Ich kann ihn nur mit dem öffentlichen 
Ausdruck meiner Achtung lohnen." 
Mitte Juni 1809 rief den Fürsten die schwere Erkran 
kung seiner Mutter aus dem Kriegslager nach Feldsberg; am 
27. Juni hauchte sie ihren Geist sanft und schmerzlos in den 
Armen ihres einzigen geliebten Sohnes aus. *) Fürstin Maria 
Leopoldine, allgemein „die Franzin" genannt, i) 2 ) war eine edle 
Frau, die in ihren jüngeren Jahren schon am Hofe der 
Kaiserin Maria Theresia gerne gesehen war und auch jenem 
Zirkel vornehmer Damen angehört hatte, den Kaiser Josef mit 
i) Jakob von Falke, dessen Angaben sonst sehr verläßlich sind, 
bezeichnet in seiner „Geschichte des fürstlichen Hauses Liechtenstein", 
(III. Wien 1882, S. 244) irrig den 5. April 1800 als Todestag der Fürstin. 
-) Vgl. Adam Wolf, „Fürstin Eleonore Liechtenstein" (Wien 
1875), S. 113 u. ff.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.