ihm den Kauf von ganzen Gemäldekollektionen. Das Antwerpner 
Handelshaus Forchondt belieferte ihn mit Bildern niederländischer 
Meister. Ebenso unterhielt er Beziehungen zu Kunstkreisen in Italien. 
Was bereits frühere Generationen des fürstlichen Hauses an Gemälden 
gesammelt hatten, vereinigte Fürst Karl Eusebius zum Grundstock 
einer Galerie, die im Liechtenstein-Palais an der Bankgasse in Wien 
vorläufige Aufnahme fand. 
Fürst Hans Adam (1662—1712) ließ durch bekannte Architekten, so 
z.B. durch Johann Bernhard Fischer von Erlach und Domenico Martinelli, 
verschiedene Paläste in Wien und in Mähren ausführen. Hierzu 
benötigte er entsprechende Gemälde, die ihm der italienische Maler 
Marc Antonio Chiarini lieferte. Ein weiterer Italiener, Marc Antonio 
Franceschini in Bologna, führte für ihn Aufträge durch und betätigte 
sich für den Fürsten als Makler. Sein Sinn galt jedoch nicht nur den 
Italienern, sondern auch den Holländern und Flamen, insbesondere 
den Werken Rubens und van Dycks. Aus den Niederlanden, woher 
die Liechtenstein-Galerie ihre meistbeneidetsten Perlen zu erwerben 
verstand, erscheinen Künstler wie Quentin Massys, Hugo van der 
Goes, Hans Memling und, wie gesagt, Rubens. Den Namen Rubens 
sollte man wohl an erster Stelle nennen, wenn von der Liechtenstein- 
Galerie die Rede ist. An Fülle und Umfang der Schöpfungen überragt 
der geniale Flamländer jeden anderen darin vertretenen Meister. 
Den bedeutendsten Teil seiner Gemäldegalerie sammelte der Fürst in 
dem neuerbauten Palast in Wien und stiftete diese, zusammen mit 
anderen Kunstschätzen, als Fideikommiß. 
Neben der bereits erwähnten Bildersammlung, haben sich bei anderen 
Gliedern des Hauses Liechtenstein noch drei weitere Sammlungen her- 
ausgebildet und zwar die der Fürsten Josef Wenzel, Emanuel und 
Hartmann II. Auch diese Sammlungen wurden im Laufe des 18. Jahr- 
hunderts mit der Fideikommißgalerie verschmolzen. 
Als Fürst Josef Wenzel (1696—1772) Regierer des Hauses Liechten- 
stein wurde, nahm er anläßlich seiner ausgedehnten Reisen die Gele- 
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