Wertungsspiele sind ein besonderer und nicht alltäglicher Teil der 
blasmusikalischen Tätigkeit eines jeden Musikvereines, denn an und 
für sich widerstrebt es dem inneren Wesen der Muse, sich im 
Wettbewerb nach Leistungspunkten bewerten zu lassen. Wertungs- 
spiele sollen und dürfen daher nie ein Hauptziel des Vereins sein. Das 
Ringen um Punkte, Prädikate und Auszeichnungen bringt vielmehr 
eine fachmännische Beurteilung des musikalischen Standes. In diesem 
Sinne und nur so hat die Teilnahme an Wertungsspielen ihre Berechti- 
gung. Jeder Dirigent und jeder Musikant darf über gutes Abschnei- 
den des Vereins seine Freude zum Ausdruck bringen und stolz sein 
darauf. Wertungsspiele spornen an und vermögen die Qualität eines 
Blasmusikvereines entsprechend zu heben. 
Bei Wertungsspielen werden die Vereine je nach Schwierigkeitsgrad 
der vorgetragenen Kompositionen in Klassen bzw. Stufen eingeteilt. 
So kennt z. B. das Schweizer Reglement für Wertungsspiele die 
folgenden fünf Klassen: 
Hóchstklasse — Kompositionen hóchster Anforderung 
1. Klasse — sehr schwierige Kompositionen 
2. Klasse — schwierige Kompositionen 
3. Klasse — mittelschwere Kompositionen 
4. Klasse — leichte Kompositionen 
Demgegenüber unterscheidet man in Osterreich und Deutschland 
überlicherweise nur 4 Stufen, námlich Kunststufe, Oberstufe, Mittel- 
stufe und Unterstufe. 
Die oben beschriebenen Klassen bzw. Stufen sind dennoch nicht 
direkt vergleichbar. So kann es vorkommen, dass z. B. Kompositio- 
nen, die in Osterreich in der Kunststufe gespielt werden, in der 
Schweiz in die 2. Klasse fallen. 
Je nach Wettkampfreglement sind beispielsweise 1 Pflichtstück und 1 
Selbstwahlstück oder auch 2 Selbstwahlstücke einer 2- bis 3kôpfigen 
Jury vorzutragen. Wird ein Pflichtstück verlangt, so wird dieses dem 
teilnehmenden Verein eine bestimmte Zeit vor dem Wertungsspiel 
zugestellt. Einzelne Veranstalter verlangen einen Stundenchor. Wie 
der Name sagt, wird dem Verein eine Stunde vor Aufführung eine 
unbekannte Komposition vorgelegt, die in dieser Zeit aufführungs- 
und wettkampfreif einstudiert werden muss. Diese Art von Bewer- 
tung stellt an die Musikanten, vor allem aber auch an den Dirigenten, 
recht hohe Anforderungen. 
Die Harmoniemusik Eschen hat sich in den letzten 35 Jahren an 
insgesamt 12 Wertungsspielen (inklusive einer stillen Bewertung) 
beteiligt. Die Hälfte der Wettkämpfe fanden in den letzten fünf 
Jahren statt. 
Wertungsspiele 
  
Seite 140: 1968 erzielte die 
Harmoniemusik Eschen erstmals einen 
ersten Rang in der Oberstufe anlässlich 
eines Wertungsspieles in Wurmlingen. 
141 
 
        

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