Die Mutter der Fürstin, Gräfin Nora von Wilczek geb. Gräfin 
Kinsky widmete sich zuerst Sprachstudien und beherrschte neun 
Sprachen. Der Erste Weltkrieg rief sie zu caritativem Wirken: 
Gleich zu Beginn errichtete sie in Chlumec in Böhmen, dem Be- 
sitz ihres Vaters, ein Spital, das sie auch leitete. Im Jahre 1916 
wurde sie vom Roten Kreuz mit der Inspektion der österr.-unga- 
rischen Kriegsgefangenenlager in Ost-Sibirien betraut. Dann war 
sie in einem Spital in Astrachan in der Krankenpflege tätig und 
blieb auch in der gefahrvollen Zeit des Bürgerkrieges zwischen 
den Kommunisten und den Anhängern des Zaren auf ihrem 
Posten. Schliesslich schlug sie sich in gefahrvoller Reise in die 
Heimat durch. Am 8. Januar 1921 schloss sie die Ehe mit Dr. Fer- 
dinand Graf Wilczek. 
Gräfin Gina von Wilczek wurde am 24. Oktober 1921 in Graz 
(Österreich) geboren. Gräfin Gina war noch nicht ganz zwei Jahre 
alt als ihre Mutter starb. Um so inniger schlossen sich Vater und 
Tochter zusammen. Gráfin Gina von Wilczek besuchte die Sacré- 
Coeur-Schule in Wien. Zum Abschluss ihrer Erziehung kam sie in 
ein von Englischen Fráulein geleitetes Pensionat in Rom. Spiter 
studierte sie in Wien Sprachen, von denen sie Englisch, Franzó- 
sich und Italienisch beherrscht und in denen sie die Dolmetscher- 
prüfung ablegte. 
Als im Dezember 1942 die Verlobung des Landesfürsten mit 
Gräfin Gina von Wilczek bekanntgegeben wurde, erinnerte man 
sich daran, dass der Urgrossvater der Fürstin-Braut mehrmals im 
Lande geweilt hatte. Graf Hans von Wilczek, geb. 1837, war ein 
persönlicher Freund des Fürsten Johann II. von Liechtenstein. Die 
den Wilczek’s gehörende, berühmte Burg Kreuzenstein bei 
Korneuburg wurde durch ihn in ihrer alten Schönheit und Grösse 
wieder aufgebaut und ausgestaltet. Die Erfahrungen, die Graf 
Hans von Wilczek bei der Restaurierung seiner Burg sammelte, 
waren dann die Veranlassung, dass Fürst Johann II. ihn zur Lei- 
tung jener Kommission berufen hat, die um 1900 die Restaurie- 
rung des Schlosses Vaduz einzuleiten und durchzuführen hatte. 
Graf Wilczek mochte damals nicht geahnt haben, dass er an der 
Gestaltung der Residenz seiner Urenkelin mitwirkte. 
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