Herren von Donauwörth abstammen. Die von Karl dem Grossen 
auf dem Gebiete des heutigen österreichischen Bundeslandes Nie- 
derösterreich gegründete Ostmark wurde im 9. und 10. Jahrhun- 
dert von den Ungarn erobert, verwüstet und fast entvölkert. Als 
die Ungarn im Jahre 955 in der Schlacht am Lechfeld geschlagen 
worden waren, zogen deutsche Siedler donauabwärts, und die 
Neubesiedlung geschah unter dem Schutze von Rittern; es besteht 
einige Wahrscheinlichkeit, dass Angehörige des Geschlechtes der 
Herren von Donauwörth unter diesen Rittern waren und sich 
dann nach der Burg in Niederösterreich Herren von Liechtenstein 
nannten. Sehr bald hatten sie wichtige Ämter in Österreich inne. 
Heinrich der I. kämpfte mit dem letzten Babenbergerherzog 
Friedrich dem Streitbaren in der Schlacht an der Leitha gegen die 
Ungarn, und als sein Herr fiel, führte er das Heer der Österreicher 
zum Siege. 
Heinrich II. war ein Anhänger Rudolfs von Habsburg und 
kämpfte mit ihm in der Entscheidungsschlacht gegen den Böhmen- 
könig Ottokar. Es fiel zwar der «gewaltige Hofmeister» Johann 
von Liechtenstein in Ungnade, und alle Besitzungen südlich der 
Donau wurden den Herren von Liechtenstein abgenommen, aber 
Angehörige des Geschlechtes standen im ausgehenden Mittelalter 
wieder in hohen Ämtern: Georg III. war Kanzler der Universität 
Wien und später Bischof von Trient und Kardinal, und Chri- 
stoph III. Landmarschall. Am Anfang des 16. Jahrhunderts lebte 
Georg VI., einer der berühmtesten Landsknechtführer seiner Zeit 
und oberster Feldhauptmann. 
Die grösste Bedeutung für die Geschichte des Hauses Liechten- 
stein hat aber Karl I. Er war Landeshauptmann in Mähren und bei 
Rudolf II. in Prag Inhaber des höchsten Amtes am Kaiserhofe, des 
Obersthofmeisteramtes. In den gefährlichsten Zeiten der ôsterrei- 
chischen Geschichte hielt er treu zum Hause Habsburg, und als 
in der Schlacht am Weissen Berge bei Prag die «Bôhmische Rebel- 
lion» niedergeworfen war, mit welcher der Dreissigjährige Krieg 
begonnen hatte, wurde Karl von Liechtenstein Statthalter von 
Bôhmen. 
Er hatte die grossen Güter der Familie durch Zukäufe entschei- 
dend vermehrt und glänzend bewirtschaftet, so dass es ihm mög- 
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