ter 1817 sehen wir Peter Kaiser an der juristischen Fakultät der 
Universität Freiburg im Breisgau. Der sehr begabte und vielseiti- 
ge Akademiker Kaiser wählte den sogenannten Professorenberuf. 
Nach dreijihrigem Aufenthalt in der bekannten Fellenbergischen 
Schule in Hofwyl (bei Bern) wandte sich Kaiser im Frühling 1822 
zu Pestalozzi nach Y verdon. Der alternde Pestalozzi fand in Kaiser 
einen begeisterten Freund seiner Ideen und engen Mitarbeiter. Die 
Pestalozzische Anstalt war aber schon dem Untergang geweiht, 
weshalb Kaiser nach einjàhrigem Aufenthalt in Yverdon einen 
neuen Wirkungsort suchte. In Aarau fand er an der dortigen Kan- 
tonsschule die Lehrstelle für Geschichte, Geographie und Latein. 
Nach einigen Jahren erfolgreicher Tätigkeit in Aarau, wo er ein 
Opfer der radikalen Politik wurde, erhielt er einen Ruf nach Di- 
sentis an die 1833 gegründete katholische Kantonsschule. Grau- 
bünden wurde Kaisers zweite Heimat. Bis zu seinem Tode am 
23. Februar 1864 arbeitete er als Schulmann und Historiker in und 
für Graubünden. Ab 1838 bekleidete er das Amt des Rektors der 
Disentiser Kantonsschule. Seit 1842 wirkte er in Chur, zuerst an 
der von Disentis nach Chur verlegten katholischen Kantons- 
schule, später an der vereinigten Schule beider Konfessionen. Im 
Auftrag des Erziehungsrates des Kantons Graubünden schrieb der 
Katholik Peter Kaiser seine «Graubündnerischen Geschichten für 
die reformierten Volksschulen». In Anerkennung seiner «Ver- 
dienste um die Jugendbildung und Geschichtsforschung» erhielt 
Kaiser das Bürgerrecht der bündnerischen Gemeinde Vigens und 
des bündnerischen Kantons: 
Peter Kaiser stellte seine Geistesgaben auch in grossem Masse 
seinem Heimatlande Liechtenstein zur Verfügung. Kaiser hatte 
schon um die Mitte des 19. Jahrhunderts einen Verfassungsent- 
wurf vorgelegt, worin Ideen formuliert waren, wie sie erst in der 
Verfassung von 1921 verwirklicht werden konnten. Kaiser gilt als 
erster Geschichtsschreiber Liechtensteins. Ihm verdanken wir die 
erste und immer noch wichtigste Darstellung der liechtensteini- 
schen Geschichte: «Geschichte des Fürstentums Liechtenstein, 
nebst Schilderung aus Churrätiens Vorzeit», Chur 1847. Im Jahre 
1848 wurde er als Abgeordneter Liechtensteins in das Frankfurter 
Parlament entsandt. — Der begnadete Schulmann und Erzieher, 
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