DIE INVALIDEN VERSICHERUNG (IV) 
  
  
Die IV wurde am 1. Januar 1960 eingeführt. Dieser Versiche- 
rungszweig schützt die gesamte Bevölkerung gegen die Folgen der 
Invalidität. 
Obligatorisch versichert und damit beitragspflichtig ist derselbe 
Personenkreis wie beider AHV. Als Beitrag werden 10% des AHV- 
Beitrages erhoben. Auch hier ist der Beitrag beim Unselbständig- 
erwerbenden je zur Hälfte von ihm und vom Arbeitgeber zu lei- 
sten. Die Finanzierung beruht auf dem Umlageverfahren, wobei 
ein eventuelles Defizit durch den Staat getragen wird. 
Die IV gewährt Eingliederungsmassnahmen, Renten und Hilf- 
losenentschädigungen. Den Eingliederungsmassnahmen kommt 
das Primat zu, und diese Leistungen umfassen medizinische Mass- 
nahmen, berufliche Massnahmen (Berufsberatung, erstmalige be- 
rufliche Ausbildung, Arbeitsvermittlung), ferner Massnahmen 
für die Sonderschulung Minderjähriger, die Abgabe von Hilfsmit- 
teln und die Ausrichtung von Taggeldern bei Erwerbstätigen wäh- 
rend der Zeit der Durchführung von Eingliederungsmassnahmen. 
Ist keine Eingliederung ins Erwerbsleben mehr möglich, so 
erhält der Versicherte ab einem Invaliditätsgrad von 50% eine 
halbe und ab einem Invalidititsgrad von 662/396 eine volle Inva- 
lidenrente. 
Für die Bemessung des Invaliditätsgrades wird das Erwerbsein- 
kommen, das der Versicherte als Invalider durch eine ihm zumut- 
bare Tätigkeit erzielen könnte, in Beziehung gesetzt zum Erwerbs- 
einkommen, das er erzielen könnte, wenn er nicht invalid gewor- 
den wäre. Bei der Bestimmung des Invaliditätsgrades kommt also 
der ökonomischen Komponente vorherrschende Bedeutung zu. 
Das Rentensystem ist das gleiche wie bei der AHV; desgleichen 
auch die Rentenarten. Bei einem verheirateten Invaliden erhalten 
Frau und Kinder eine sogenannte Zusatzrente. Personen, die hilf- 
los sind, erhalten Hilflosenentschädigung im Minimum 40 und im 
Maximum 80 Prozent der einfachen minimalen Invalidenrente. 
Sämtliche Leistungen der IV gelangen nur zur Ausrichtung, wenn 
sie im Zeitpunkt des Versicherungsfalles sowie während des Be- 
zuges von Leistungen versichert sind. Das trifft auch für Auslän- 
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