Verfassung besteht nicht. Es wurde nicht versucht, die alten 
Rechte des Volkes mit neuem Geist zu erfüllen, und bei allen Be- 
mühungen um Besserung der wirtschaftlichen Verhältnisse wurde 
das Volk eher misstrauisch gemacht. 
Der Beitritt Liechtensteins zum Deutschen Bunde hatte zur 
Folge, dass entsprechend den Empfehlungen des Bundesstatutes 
eine Verfassung eingeführt wurde. Fürst Johannes I. war übrigens 
einer der ersten Souveräne, der durch die Landständische Ver- 
fassung des Jahres 1818 dieser Empfehlung nachgekommen ist. 
Da wir keinen Adel und kein städtisches Bürgertum hatten, be- 
standen die sogenannten Landstände nur aus den Vorstehern und 
Kassieren der Gemeinden und Vertretern der Geistlichkeit. Sie 
hatten nur das Recht, den Steueransatz festzusetzen und «allge- 
meine Vorschläge, das Wohl des Landes betreffend», einzubrin- 
gen. Immerhin ging manche Anregung, besonders auch der An- 
trag zu einer zeitgemässen Verfassung, von diesem Landtag aus, 
wie man die Versammlung der Landstände nannte. 
VOM REVOLUTIONSJAHR 1848 
ZUM ERSTEN PARLAMENT (1862) 
Das Revolutionsjahr 1848 ging auch in Liechtenstein nicht 
spurlos vorüber. Die Landstände und die Gemeinden ersuchten 
den Fürsten in einer dringend gehaltenen Petition um eine neue 
Verfassung, um freie Wahl der Volksvertreter. Aufhebung der 
Feudallasten und um das Recht auf Mitwirkung bei der Gesetz- 
gebung, um Aufhebung der Zehentabgaben und ein neues Ge- 
meindegesetz. Ein Verfassungsausschuss wurde gegründet, die 
Frondienste und Lehenszinse wurden unentgeltlich aufgehoben, 
aber zu einer neuen Verfassung kam es noch nicht. 
Im Frankfurter Parlament war das Fürstentum durch den Histo- 
riker Peter Kaiser vertreten, aber alle freiheitlichen Regungen 
hatten kein praktisches Ergebnis. Im Jahre 1849 mussten auf- 
grund der Bundesverpflichtungen liechtensteinische Soldaten so- 
gar mithelfen, den badischen Volksaufstand niederzuwerfen. 
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