Der stürmische Aufschwung der liechtensteinischen Export- 
industrie und mit ihr der ganzen Volkswirtschaft ist durch die ge- 
samteuropäische Wachstumswelle der Nachkriegszeit und durch 
ausländische — vor allem auch schweizerische — Investitionen 
massgeblich begünstigt worden. Es ist auch anzuerkennen, dass 
der Staat infrastrukturelle Voraussetzungen bereitgestellt, eine 
Kapitalbildung ermöglicht und damit das Klima für eine frucht- 
bringende Investitionstätigkeit geschaffen hat. Hervorzuheben 
ist auch die positive Einstellung der in- und ausländischen Mit- 
arbeiter. Es ist fürwahr nicht selbstverständlich, dass, u.a. auf der 
Basis des aus der schweizerischen Maschinen- und Metallindustrie 
übernommenen sogenannten Friedensabkommens, über Jahr- 
zehnte hinweg der Arbeitsfriede zu gegenseitigem Nutzen ge- 
wahrt werden konnte, auch wenn dafür von der Wirtschaft ein 
hoher Preis erbracht werden musste. Von grundlegender Bedeu- 
tung war und ist sodann fraglos die Wirtschafts- und De-facto- 
Währungsunion mit der Schweiz. Wer aber die Entwicklung der 
einzelnen Unternehmen und ihre Behauptung im rauhen Wind des 
internationalen Wettbewerbs mitverfolgt hat, ist immer wieder 
auch von der grossen unternehmerischen Leistung beeindruckt. 
Sie hat zum Gesamterfolg doch wesentlich beigetragen. 
Der wirtschaftliche Erfolg in Verbindung mit der immer pre- 
käreren arbeitsmarktlichen Lage, aber auch die krasse Teuerung, 
wiederspiegelten sich u.a. in einem massiven Anstieg des Lohn- 
niveaus. Aber nicht nur die Lohnentwicklung entsprach den un- 
gestümen wirtschaftlichen Auftriebskräften, sondern auch der 
Ausbau der Sozialgesetzgebung und namentlich der Sozialver- 
sicherung. Richtlinie ist an sich vor allem die schweizerische 
Sozialpolitik, schon im Blick auf den sich aus der Wirtschafts- 
union ergebenden Grundsatz einigermassen gleicher Vorausset- 
zungen im wirtschaftlichen Wettbewerb. Doch in einigen Be- 
reichen ist Liechtenstein der Schweiz bereits vorausgeeilt. So 
etwa mit dem allgemeinen Obligatorium der Krankenversiche- 
rung, mit einer Pflichtversicherung für ein Krankengeld von 80% 
des versicherbaren Lohnes wie in der Unfallversicherung. Dann 
auch in der staatlichen Familienausgleichskasse, die lohnprozen- 
tuale Beitráge erhebt und Geburts- und Kinderzulagen über eine 
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