Bericht 
über die Briefmarken-Angelegenheit 
Ausgearbeitet von 
Gustav Schädler und Taver Gatzner. 
Einleitend sehen sich die Referen 
ten veranlaßt, zu bemerken, daß die 
Ueberprüfung der gesamten Mar 
lenangelegenheit zufolge des ihnen 
vorliegenden großen Aktenmate- 
rials viel mehr Arbeit erheischte, 
als die Referenten anfänglich 
glaubten. 
Am 29. Oktober 1919 reichten 
die Herren Gustav von Flesch 
Brunningen, Luigi Kasimir, Fer 
dinand Rigg und Dr. Eugen Ripp 
einen Antrag bezüglich Herstellung 
und Vertrieb neuer Liechtensteini 
sch!« Postwertzeichen bei der fürst 
lichen Regierung ein. Das Wesent 
liche dieser Eingabe ist folgendes: 
Die in der Eingabe unterfertig 
ten Herren gelangen auf Grund 
einer aufgestellten Rentabilitätsbe 
rechnung zum Schlüsse, daß es im 
Interesse des Landes gelegen sei, 
bei Herstellung der Postwertzeichen 
und beim Vertrieb derselben unbe 
dingt selbständig vorzugehen. Es 
fei allerdings besser, weniger zu 
versprechen und mehr zu halten, als 
umgekehrt. Das von den genannten 
Herren zu bildende .Konsortium 
würde die Weltpropaganda und 
den Weltvertrieb übernehmen. Da 
zu seien anfänglich große Kapita- 
lien notwendig. Der Verlag (Kon 
sortium) übernehme das Risiko be 
wußt Und gerne, weil er von der 
Eüfe des Unternehmens fest über 
zeugt sei. Die Interessen des Lan 
des und des Verlages laufen pa 
rallel. Grundlegend für die vor 
liegende Idee sei, jedwedes Risiko 
vom Lande fernzuhalten und 
das Risiko.und die Kosten der 
Weltpropaganda auf den Verlag 
zu übertragen. Der Verlag (Kon 
sortium) finde seinen Verdienst erst 
dann, nachdem das Land seinen 
Gewinn aus den verkauften Mar 
ken gemacht habe. Selbstredend 
jedoch toerde im Lande die er 
forderliche Menge an Marken für 
Verkaufszwecke auch an Händler 
zur Verfügung stehen. Es fei ein 
leuchtend, daß eine großzügige 
Propaganda für den Markenver 
trieb gleichzeitig eine Propaganda 
für die Hebung des Fremdenver-- 
kehres bedeute. Jede übermäßige 
und nicht ganz korrekte Ausnützung 
der Sammler müsse und werde ver 
mieden werden, weil dies dem 
Ansehen des Landes und schließlich 
auch der Vertriebsmöglichkeit der 
!Marke, welche dann als nicht voll 
kommen seriös betrachtet würde, 
Eintrag täte. 
Bei Einführung der Franken- 
währung verstehen sich naturge- 
gemäß alle angeführten Ziffern in 
Franken und fei besonders darauf 
hingewiesen, imß durch diesen Mar 
kenvertrieb die Valutaregulierung 
des Landes in kräftigster Weise 
gefördert werde. 
Schließlich verpflichte sich die 
unterzeichnete liechtensteinisch-öster 
reichische Gesellschaft wie folgt:
        

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