$. 93. 
Nach erfolgter Auflósung des Landtages muss binnen vier Monaten eine 
neue Wahl angeordnet und die neuerwihlten Landtagsmitglieder wieder 
einberufen werden. 
Innerhalb derselben Frist hat auch die Wiedereinberufung des vertagten 
Landtages zu geschehen. 
$. 94. 
Ein ausserordentlicher Landtag ist jedesmal nóthig bei einem Regierungs- 
wechsel, und muss derselbe innerhalb 30 Tagen nach eingetretener Regie- 
rungsveränderung einberufen werden. Ist eine Auflósung vorhergegangen, 
so sind die Wahlen so zu beschleunigen, dass die Einberufung längstens auf 
den 60. Tag nach eingetretener Regierungsveránderung zu erfolgen hat. 
$. 95. 
Durch einen ausserordentlichen Landtag kann die regelmássige Reihenfolge 
der ordentlichen nicht unterbrochen werden. 
$. 96. 
Alle dem Landtage zukommenden Rechte kónnen nur in der gesetzlich con- 
stituirten Versammlung ausgeübt werden. 
$. 97. 
Der Landtag wühlt bei seinem Zusammentritt, unter dem Vorsitze seines 
Altersprásidenten, für die Leitung seiner Geschäfte einen Vorsitzenden und 
einen Stellvertreter. Beide Wahlen bedingen die nachträgliche Bestätigung 
des Landesfürsten. 
5. 98. 
Die Abgeordneten werden auf die Dauer von sechs Jahren ernannt und ge- 
wählt. Die Hälfte der Gewählten hat aber jedesmal nach drei Jahren aus- 
zuscheiden und soll durch neue Wahlen ersetzt werden. 
Der Austritt wird das erste Mal durch das Loos, in der Folge aber durch 
die Reihenfolge bestimmt. 
$. 99. 
Die austretenden Landtagsmitglieder kónnen, sofern sie vom Landesfürsten 
ernannt wurden, wieder bestátigt, oder soferne sie aus der freien Wahl her- 
vorgegangen, wieder gewählt werden. 
§. 100. 
Wenn ein vom Fiirsten ernanntes Mitglied des Landtages mit Tod abgeht, 
die persönliche Fähigkeit verliert oder dauernd verhindert ist, den Sitzun- 
gen beizuwohnen, so erfolgt durch den Fürsten die Ernennung eines neuen 
Landtagsmitgliedes. 
© Abänderung durch «Gesetz über die Abänderung des Landtags-Wahlmodus» 
vom 19. Februar 1878 (LGBl. 1878, Nr. 2): 
Für $. 98: 
«Die Abgeordneten und Ersatzmänner werden auf die Dauer von vier Jahren 
gewählt.» 
289
        

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