5tens Die im Zusammenhange stehenden $:$: 80 und 81 des Entwurfes 
können auf den bevorstehenden Uibergangslandtag darum keine Anwen- 
dung finden, weil nothwendigerweise nur solche 3 Berathungen und Be- 
schlüsse gemeint sein dürfen, welche in 3 nacheinander folgenden Jahres- 
sitzungen oder Landtagen erfolgten; was aber das Recht betrifft, nicht 
nur über die Annahme oder Verwerfung von Regierungsvorschlägen zu 
berathen und zu beschliessen, sondern auch unvorgreiflich meiner Sanction, 
insolange verfassungsmässig nicht anders bestimmt ist, über Zusätze und 
Veränderungen zu den Regierungs-Vorschlägen, so wie über die von ein- 
zelnen Landräthen eingebrachten Anträgen Beschlüsse zu fassen, so ist sel- 
bes schon diesem Uibergangslandtag zuerkannt. 
6 tens Insoferne die dem Landrathe zu machenden Vorlagen bei Ver- 
sammlung desselben noch nicht vorbereitet seyn sollten, obschon für jene, 
im $: 85 des Entwurfes vorgesehene unmittelbar an's Werk gegangen wird, 
hätte eine kurze Unterbrechung der Sitzung nach Einvernehmen mit dem 
Landesverweser durch den Landrathsvorstand verfügt zu werden, sobald 
die innere Constituierung des Landtages erfolgt seyn und er über die Re- 
geln seiner Geschäftsordnung beschlossen, so wie aus seiner Mitte die im 
$: 66 des Entwurfes berührten Wahlen getroffen haben wird. — 
7tens Obschon ich mir vorbehalten muss, den Landrath auf mir noth- 
wendig scheinende Änderungen oder Zusätze hinzuweisen; so ist doch der 
Landrath als constituirt, die Geschäftsordnung als provisorisch geltend an- 
zusehen, sobald dies der Landrathsvorstand erklärt und hierzu der dies- 
falls mich eigens vertretende Landesverweser die, nur bei einer sich durch 
Unregelmässigkeit klar ergebenden Nullität einer Wahl oder Verhandlung, 
zurückzuhaltende Zustimmung erteilt haben wird. — 
8tens Mit dieser Constituierung tritt die Auflösung des engeren sowohl, 
als des weiteren Verfassungsausschusses ein. Der Wahl der dermaligen Aus- 
schussmänner in den Landrath steht nichts im Wege: — Ich glaube zu- 
gleich für Fürst und Land den wohlverdienten Dank für ihre gewissenhafte 
und einsichtsvolle Mühewaltung aussprechen zu sollen. — 
9tens Ohne den freyen Berathungen des Landrathes vorgreifen zu wol- 
len, glaube ich wiederholt auf den $: 1 des Verfassungsentwurfes hinweisen 
zu müssen: spricht dieser so wie meine, auch des Landes Uiberzeugung aus, 
dass das Fürstenthum als solches und überhaupt selbstándig nur im Deut- 
schen Reichsverbande denkbar ist; so wird der Gedanke nicht Wurzel fas- 
sen können, als dürfe mit Erfüllung der Bundespflichten gesiumt werden 
und der Landrath wird es als eine dringliche Nothwendigkeit ansehen, dass 
hierzu möglichst bald die Mittel geschafft werden, damit dem Lande sonst 
noch grösser erwachsende Last erspart werde. 
10 tens Nebst jenen Vorlagen, die auf den eigenen inneren Haushalt des 
Landes Bezug haben, wird somit eifrigst zu berathen seyn, wie den Bun- 
despflichten jeder Art nachgekommen werden soll und somit auch Folge 
den Erlässen der gegenwärtigen Centralgewalt zu geben ist. — Bei Bera- 
thung, wie die Beseitigung bisheriger Ungleichheit in der Stellung der 
Staatsbürger im Fürstenthume anzubahnen ist, wird das, was von den Be- 
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