Gemeinden weigerten sich, sich der angeordneten Rekrutenstellung 
zu unterziehen, und das Oberamt machte Anzeige von den «daselbst 
stattgefundenen Auftritten», sogar von «gewaltsamen Beschlüssen». 
Bittgesuche wurden eingereicht, deren Punkte von rein materiellem 
Verlangen bis zu Forderungen in der Volksvertretung und dem Ge- 
richtswesen reichten. 
Neben dem Richter und dem Säckelmeister jeder Gemeinde, die ipso 
facto in den Landtag kamen, sollte noch von jeder Gemeinde ein drit- 
ter Vertreter gewählt werden dürfen. Dazu kam die Bitte, dass im 
Landtag eine detaillierte Rechnung gelegt werden solle. Beide Begeh- 
ren wurden abgewiesen. 
Die freie Wahl eines dritten Deputierten je Gemeinde hätte für den 
Fürsten den Nachteil erbracht, dass er keinen absoluten Einfluss mehr 
auf die Zusammensetzung des Landtages gehabt hätte. Die detail- 
lierte Rechnungslegung war schon früher als ein Eingriff in die Sou- 
veränitätsrechte des Fürsten angesehen und zurückgewiesen worden. 
(Die einzige revolutionäre Handlung der Unruhen von 1831/32 war 
die gewalttätige Vertreibung des Pfarrers von Bendern. Weitere An- 
lässe zu Unruhen bildeten immer wieder Richterwahlen. In Schaan 
wollte die Bürgergemeinde keinen Dreiervorschlag mehr an das Ober- 
amt machen, da sie «nicht drei, sondern nur einen Richter brauche».) 
Die Haltung des Fürsten trug auch das ihrige dazu bei, dass das Ver- 
langen nach mehr Rechten erfolglos blieb. Johann I. wies darauf hin, 
dass er auf das «durchgreifendste entschlossen» sei, die Verfassung 
aufrecht zu erhalten. 
Die Bürger waren auch uneinig. Es fehlte der überlegene Koordinator, 
es fehlten die Männer, die 1848 die Interessen der Bürger vertraten. 
Die Männer, die 1831/32 aus der Masse hervorwagen, wie die Gebr. 
Schlegel und andere, tragen mehr die Züge von Vertretern privater 
Einzelinteressen. 
1836 starb Johann I., sein Sohn Alois II. trat die Nachfolge an. 
Alois II. verzichtete, und das ist bezeichnend für ihn, auf den Unter- 
taneneid der liechtensteinischen Bevölkerung. Bereits drei Jahre früher 
trat Landvogt Joh. Mich. Menzinger, der Sohn von Fr. X. Menzinger, 
die Nachfolge Pokorny’s an. Revolutionäre Ideen waren auch ihm 
ein Greuel, einer Verbesserung der Zustände hingegen war er nicht 
abhold. 
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