Anderung erfährt und durch den vielfach gewünschten Proporz er- 
setzt wird. Auch dieser wird nicht alle Wünsche befriedigen, aber er 
wird bei gutem Willen mit seinen Auswirkungen in der Lage sein, 
dem von unserem Volke so gewünschten Frieden den Weg zu ebnen. 
Ich bin auch für die Dringlichkeit zur Annahme des Proporzgesetzes 
in der Erwägung, dass dadurch dem Lande der Friede erhalten und 
Unübersehbares erspart bleiben möge.» 
Die Proporzvorlage (Gesetz) wird einstimmig angenommen. 
Das Liechtensteiner Vaterland begleitet die zwischenparteilichen Ab- 
machungen und die Landtagsverhandlungen über den Proporz mit 
wachem Interesse. Es greift im Unterschied zum  Liechtensteiner 
Volksblatt, das sich aus verständlichen Gründen Zurückhaltung auf- 
erlegt, weil die Bürgerpartei, soll es zu einer Lösung kommen, von 
ihrem Nein-Standpunkt zum Proporzgesetz abkommen muss, in die 
Diskussion ein. Nach Ansicht des Liechtensteiner Vaterland ist der 
Proporz das einzige Mittel zu einer «innerpolitischen Befriedung», 
womit er auch zur Grundlage werde für die «Erhaltung des Ver- 
trauens des Auslandes zu uns».?" Neben dieser staatspolitischen Recht- 
fertigung des Proporzes lässt das Liechtensteiner Vaterland den Ein- 
wand nicht gelten, der Proporz bringe die gesetzliche Veranke- 
rung der Parteien, «weil die Parteien ohne Proporz entstanden sind 
und weil gerade in Liechtenstein die Parteikämpfe unter der Herr- 
schaft des Majorzes Formen angenommen hatten, wie man sich Par- 
teikàmpfe unter zwei weltanschaulich kaum verschiedenen Parteien 
nicht schárfer vorstellen kann»," denn nach den Ausführungen des 
Liechtensteiner Vaterland ist es offenkundig, dass der Majorz es ge- 
wesen ist, der die Parteistreitigkeiten bis zum «Unerträglichen» ge- 
steigert hat. Auch der Vorwurf sei nicht stichhaltig, der Proporz führe 
zu einer «weitgehenden Parteienzersplitterung».? Dieser Vorwurf 
wird mit dem Hinweis auf den Gesetzesentwurf entkräftet, der der 
Parteizersplitterung dadurch entgegenwirke, dass eine Partei nur dann 
ein Mandat zugeteilt bekomme, wenn sie wenigstens 18 ?/o der Simm- 
berechtigten in ihren Reihen zählt. Für diesen Fall könne man einer 
Partei wohl kaum mehr das Recht einer Vertretung absprechen.®® Zur 
% «Die neue Grundlage», L. Va. Nr. 6, 21. Januar 1939. 
% «Noch einmal Proporz», L. Va. Nr. 1, 4. Januar 1939 
% «Noch einmal Proporz», L. Va. Nr. 1, 4. Januar 1939. 
33 «Noch einmal Proporz», L. Va. Nr. 1, 4. Januar 1939. Der Fürstlich Liechten- 
steinische Staatsgerichtshof hat mit Entscheidung vom 1. Mai 1962 (veróffent- 
188
        

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