haltend gegenüber. Die Liechtensteiner Nachrichten bemerken, dass 
er «an sich gleichbedeutend mit Aufbau (sei) und dürfte wenig Ge- 
genliebe bei der breiten Masse der Bevólkerung finden . . .»*? Die Par- 
teiausschüsse der Volkspartei und des Heimatdienstes verlangten da- 
her eine Volksbefragung, «ob es wünscht, dass entweder die bisherige 
Zahl von 15 Landtagsabgeordneten belassen werde, von denen für 
die nächste Landtagsperiode acht der Bürgerpartei und sieben der 
Nationalen Opposition angehören, und dass sowohl für die Bürger- 
partei als auch für die Opposition je zwei Ersatzmänner gewählt wer- 
den oder dass der Landtag auf 18 Mitglieder, wovon zehn der Bür- 
gerpartei und acht der Nationalen Opposition angehören, erweitert 
werde».®® Die Antwort der Bürgerpartei war, dass sie sich mit dem 
Verhältnis von 7 : 8 einverstanden erklárte, jedoch unter der Voraus- 
setzung, «dass die Zahl der Abgeordneten für die Beschlussfähigkeit 
des Landtages (Quorum) von zwei Drittel auf das absolute Mehr 
herabgesetzt werde und dass weiter die Parteipresse aufgehoben und 
die Einheitspresse geschaffen werde . . .»?! 
Diese Friedensverhandlungen bezeugen eindrücklich, dass die Frage 
der Erhóhung der Abgeordnetenzahl nur mehr auf die Vertretung 
der Parteien im Landtag ausgerichtet war. Es war nie mehr die Rede 
davon, die Zahl der Landtagsabgeordneten im Verháltnis zur Bevól- 
kerungszahl festzulegen, wie es nach den Schlossabmachungen bei 
einer AÁnderung der Landtagswahlordnung vorgesehen war. So ist 
etwa die Abgeordnetenzahl 18 auf eine Aufteilung der Landtagsman- 
date unter den Parteien nach den vorhandenen Parteistàrkenverhált- 
nissen von 10 : 8 zugeschnitten und lässt das Verhältnis zur Bevôlke- 
rungszahl ausser Acht. 
würde...» Das L. V. Nr. 142, 3. Dezember 1935 «Einen Schritt» berichtet von 
der Entschliessung der Delegierten der Bürgerpartei vom 1. Dezember 1935, die 
folgenden Wortlaut habe: «Sie beschliesst: In der Absicht, auch im Entfern- 
testen den Eindruck zu vermeiden, als ob die Bürgerpartei nicht zu jedem Opfer 
bereit wäre... den Wünschen der bisherigen Opposition bis an die Grenze des 
Möglichen und in loyalster Weise entgegenzukommen und in einer einvernehm- 
lich mit Vertretern der Bürgerpartei aufzustellenden Einheitsliste der heutigen 
Opposition einzuräumen a) entweder sechs Abgeordnete oder b) bei einer Erhö- 
hung der Zahl der Abgeordneten auf 18 acht Abgeordnete, wobei eine Mehr- 
ausgabe von ca. 350 Franken eintreten würde oder c) sieben Abgeordnete, wo- 
bei jedoch das Institut der Ersatzmänner eingeführt werden müsste, dies unter 
der Voraussetzung, dass für die Übergangszeit Garantien geschaffen werden...» 
89 «Von den Friedensverhandlungen» L. N. Nr. 95, 23. November 1935. 
3? «Aus den Friedensverhandlungen» L. N. Nr. 100, 11. Dezember 1935. 
91 «Aus den Friedensverhandlungen» L. N. Nr. 100, 11. Dezember 1935 und L. V. 
Nr. 145, 10. Dezember 1935 «Was geht weiter zwischen den Parteien»; vgl. 
auch L. V. Nr. 146. 12. Dezember 1935 «Immer noch Hindernisse». 
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