helm Beck die Forderung nach Erhöhung der Zahl der Volksabge- 
ordneten wieder auf, ohne die Abgeordnetenzahl zu nennen. 
Den politischen Bestrebungen liegt die Bindung des Fürsten an das 
Volk bei der Ernennung der fürstlichen Abgeordneten zugrunde. Diese 
passen ohne Rückbezug auf das Volk nicht ins Schema des Volks- 
Landtages.’ Der Fürst ernennt die drei fürstlichen Abgeordneten «auf 
Vorschlag des Regierungskollegiums».'* Solange der Landesfürst im 
Landtag durch drei Abgeordnete repräsentiert war, musste die Frage 
nach einer Erhöhung der Landtagsabgeordneten aktuell bleiben. Die 
«Demokratisierungswelle» und die vermehrte «Mitsprache des Volkes» 
riefen nach einer zahlenmässigen Verstärkung der «Volks»-Abgeord- 
neten nach der Fomel: mehr Volksherrschaft durch mehr Volks-Ab- 
geordnete. 
Fürst Johann II. war einer Erhöhung der Abgeordnetenzahl nicht ab- 
geneigt. In einem Schreiben vom 13. Dezember 1918 liess er den 
Landtag wissen, dass er «einem allfälligen einstimmigen Antrag auf 
Vermehrung der Zahl der zu wählenden Abgeordneten Rechnung zu 
tragen bereit wáre».5 Im «Vorschlag betreff. Abánderung der Ver- 
fassung» für die auf den 13. Februar 1919 anberaumte Landtagssit- 
zung heisst es, der Verfassungsausschuss habe sich in zwei Sitzungen 
mit den ihm übertragenen Verfassungsfragen beschäftigt, habe aber 
zu einer Einigung der Ansichten noch nicht kommen kónnen.$ Es 
wird dem Landtag vorgeschlagen, eine Volksabstimmung zu veran- 
lassen über die Frage, ob die Zahl der vom Volke zu wáhlenden Ab- 
geordneten von 12 auf 17 erhóht werden solle. Die Volkspartei, die 
hinter dieser Idee stand, vertrat die Ansicht, dass die Grundlage des 
Landtages im Volke dann eine «breitere und damit eine festere» sei.” 
In der Volksabstimmung vom 2. März 1919 wurde die Frage der 
Erhöhung der Zahl der Landtagsabgeordneten mit 863 gegen 711 Stim- 
men abgelehnt.”® Die Reaktion der Volkspartei auf dieses Abstim- 
75 Siehe dazu 134ff. und 137ff. 
74 Hierin stimmen die Parteien überein; vgl. dazu die Parteiprogramme (L. V. 
Nu 4. Januar 1918. O. N. Nr. 3, 18. Januar 1919 und Nr. 25, 27. Mirz 
78 LRA Landtagsakten L 11/1919. 
78 LRA Landtagsakt Session 1919, gedruckte Tagesordnung für die Landtagssitzung 
vom 13. Februar, Beratungsgegenstand Ziffer 2. 
7' O. N. Nr. 2, 11. Januar 1919. 
78 LRA Landtagsakt L 11/1919. 
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