Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
9
Erscheinungsjahr:
1981
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000002854/94/
Den genannten — wiewohl empirisch-soziologisch nicht erforschten — offenkundigen, vielfältigen Kommunikations- und Informations­ kanälen ist es zu verdanken, dass die Medienkonzentration in Liech­ tenstein, die immer schon gegeben war, nicht in dem Masse zu einem erstrangigen Problem geworden ist wie in andern Demokratien. Sonst müsste es verwundern, dass der Liechtensteiner, der in seiner Verfas- sungs- und Rechtsordnung jeden institutionellen Machtmonismus durch eine ungewöhnliche Differenzierung und Häufung der Schutz­ mechanismen zu verhindern wusste (vgl. Ausführungen S. 174ff.), im gesellschaftlichen nichtstaatlichen Bereich der Presse paradoxerweise wenig Differenzierung verlangt. Denn im Bereich der politischen Zeitungen ist die Konzentration auf zwei Zeitungen, das Liechtenstei­ ner Volksblatt und das Liechtensteiner Vaterland, sozusagen von Anfang an vollzogen.201 Es ist ein Duopol, manchmal sich in voller Polarität, manchmal bei gemeinsamer Interessenlage oder -Verflech­ tung sich im Übermitteln wie im Auslassen von Nachrichten monopol­ artig auswirkend. 201 Nachfolgend eine Zusammenstellung der liechtensteinischen politischen Zeitun­ gen: 1. Liechtensteinische Landeszeitung (vom 12. 4. 1863—26. 9. 1863) Liechtensteiner Landeszeitung (vom 10. 10. 1863—17. 10. 1868) Monatlich 2 mal. Die Gründung erfolgte ein halbes Jahr nach Erlass der Ver- fassun| von 1862. Dr. Karl Schädler, Redaktor und Landtagspräsident, begrün­ dete die Herausgabe der Zeitung wie folgt: «Dem Volk wurde die Mitwirkung an der Gesetzgebung und an der Verwaltung des Landes gewährt. ... Soll das zur Wahrheit werden, so muss die lebendige Teilnahme aller Bürger an den öffentlichen Angelegenheiten angeregt und das klare Verständnis der politischen Errungenschaften überall verbreitet werden.» Die Zeitung enthält besonders Landtagsprotokolle und Erläuterungen zu neuen Gesetzen. 2. 
Liechtensteinische Wochenzeitung (vom 24. 1. 1873—28. 12. 1877) Wöchentlich. Die Zeitung war als Verbindungsstelle zwischen Regierung und Volk gedacht und sollte der Volksbildung dienen. Enthält besonders Landtags­ protokolle und Erläuterungen zu Gesetzen. 3. 
Liechtensteiner Volksblatt (ab 16. 8. 1878) Wochenblatt bis 27. 12. 1918; 2 mal wöchentlich ab 4. 1. 1919; 3 mal wöchent­ lich ab 19. 7. 1927; 4 mal wöchentlich ab 3. 1. 1962; 5 mal wöchentlich ab 1.1. 1978. Der Fortschrittlichen Bürgerpartei nahestehend. 4. 
Oberrheinische Nachrichten (vom 25. 4. 1914—30. 8. 1924) Liechtensteiner Nachrichten (vom 3. 9. 1924—28. 12. 1935) Liechtensteiner Vaterland (ab 1. 1. 1936) Wochenblatt bis 1. 2. 1919; wöchentlich 2 mal ab 5. 2. 1919; wöchentlich 3 mal ab 30. 6. 1927; wöchentlich 2 mal ab 2. 8. 1933; wöchentlich 3 mal ab 1. 1. 1963; wöchentlich 5 mal ab 8. 1. 1976. Der Volkspartei bzw. der Vaterländi­ schen Union nahestehend. Liechtensteiner Unterländer (von 1920 — genaue Erscheinungsdauer nicht eruierbar). Kopfblatt der «Oberrheinischen Nachrichten»; wöchentlich 2 mal. Liechtensteiner Volkswirt (vom 16. 4. 1927—17. 7. 1928) Dienstagausgabe der «Liechtensteiner Nachrichten». 94
        

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