Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
9
Erscheinungsjahr:
1981
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000002854/57/
Tabelle 5 Abstimmungsvorlagen* Jahr 
Sitze Oberland 
% Sitze Unterland 
% 1919 
13 (11+2) 65 
7 (6 + 1) 35 1945 13 
61,9 8 
38,1 1972 13 
61,9 8 38,1 * Zu den Abstimmungsresultaten 1919, 1945 und 1972 vgl. Anm. 85, S. 47. Von der massiven Verwerfung der Vorlage 1945 in beiden Landschaf­ ten abgesehen, ergaben sich 1919 und 1972 im Oberland annehmende Mehrheiten, während das Unterland mit überwiegender Neinstim- menzahl den Ausschlag zur Verwerfung der Vorlagen gab. Es ist mög­ lich, dass es im Unterland auch deswegen Neinstimmen gab, weil das bestehende Mandatsverhältnis von 60%: 40% zu Ungunsten der Unterländer verschoben werden sollte.118 Das Unterland (Herrschaft Schellenberg) war bis zur Vereinigung zum Reichsfürstentum eine eigenständige Landschaft wie das Oberland (Grafschaft Vaduz). Bis 1806 standen beide Landschaften föderativ und gleichberechtigt nebeneinander mit ihren Landammännern. Gemäss der Landständi­ schen Verfassung von 1818—1862 sassen 14 Oberländer und 11 Un­ terländer im landständischen Landtag, unterbrochen durch den pro­ visorischen Landrat mit einem Einheitswahlkreis von 1849—1852 (13 Abgeordnete Oberland :11 Abgeordnete Unterland). Seit 1878 bestehen zwei Wahlkreise mit 9 : 6 Sitzen (60% : 40%).11B Im Zu­ sammenhang mit der beabsichtigten Verfassungsänderung von 1972, die eine erhöhte Sitzzahl wie eine Verschiebung der prozentualen Sitzanteile Oberland-Unterland hätte bringen sollen, wurde, nebst historischen Erwägungen, zu bedenken gegeben, dass das Oberland ohnehin die Mehrheit im Landtag habe und die Hilfe der Unterlän­ der für Beschlüsse nicht brauche, dass das Schwergewicht der Wirt­ schaft, die Standorte der kulturellen Institutionen und der Sitz der Landesbehörden sich im Oberland befänden120 und dass eine Trend­ 118 Eine solche Vermutung im L. Vaterland vom 4. 7. 1972 nach der Abstimmung von 1972. n# Vgl. Beiträge Rupert Quaderer, Peter Geiger und Alois Ospelt, in: LPS 8. Auch Georg Malin, im Landtag vom 4. 4. 1972, LProt 1972 I 16ff. 1S# Vgl. bes. Ernst Büchel, LProt 1972 I 11 ff. 57
        

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