Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
9
Erscheinungsjahr:
1981
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000002854/133/
aber in seiner Austragung in Grenzen und zielt nicht auf die alleinige Machtausübung im Staate. Aus den vergleichenden Arbeiten von Lijp- hart und Lehmbruch lassen sich für den Typ des Konkordanzsystems (Consociational democracies) etwa folgende Merkmale ableiten: — Es werden alle oder die meisten Parteien an der Regierung betei­ ligt (Allparteienregierung oder Grosse Koalition). — Die einzelnen politischen Gruppen besitzen ein gegenseitiges volles oder abgeschwächtes Vetorecht. Lösungen müssen ausgehandelt, es muss das gütliche Einvernehmen, es müssen Kompromisse gefunden werden, indem man in einer Sache selbst einander entgegenkommt oder, wo dies nicht möglich ist, indem zwei oder mehrere Gegenstände junktimiert werden, wobei im einen Fall die eine, im andern Fall die andere Seite berücksichtigt wird. — Die Ämter werden grundsätzlich paritätisch oder proportional besetzt. — Auch in vertikaler Hinsicht werden mehrere Gewichte im Staat berücksichtigt. Die Zentralregierung besitzt beschränkte Befugnisse. Die einzelnen Glieder geniessen einen hohen Grad von Autonomie (Föderalismus). b) Gesellschaftlicher Unterbau Der Typ des Konkordanzsystems hat sich — wie die vergleichende Politikwissenschaft feststellt — herausgebildet oder über gewisse Zeitperioden entfaltet in kleineren demokratischen Staatswesen wie cracies, in: Comparative Politics, Nr. 3 (January) 1971, 141ff.; Heinz Niemetz, Zur schweizerischen Konkordanzdemokratie, in: Schweizer Rundschau, 69. Jg., Heft 2 (März/April) 1970, 66f£.; Eric A. Nordlinger, Conflict Regulation in Divided Societies, Occasional Papers Nr. 29, Center for International Affairs, Harvard Universicy, Cambridge, Mass. (January) 1972; G. Bingham Powell Jr., Social Fragmentation and Pofitical Hostility: An Austrian Case Study, Stan­ ford University Press, Stanford 1970; Jürg Steiner, Gewaltlose Politik und kulturelle Vielfalt, Hypothesen entwickelt am Beispiel der Schweiz, Bern 1970; ders., Subkulturelle Segmentierung und politische Gewalt, in: Der Staat, 12/3, 1973; ders., Konkordanzdemokratie als Ausweg?, in: Schweizer Monatshefte, 55. Jg., Heft 1, April 1975, 12ff.; ders., Konkordanz oder Opposition?, in: NZZ vom 23724. Sept. 1978. Kritisch: Hans Daalder, The Consociational Democracy Theme, in: World Politics, Vol. 26, Nr. 4, (July) 1974, 604ff. 135
        

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