DER MÜNZSCHATZFUND VOM «SCHELLENBERGER WALD» VERGRABEN NACH 1460 / DANIEL SCHMUTZ Vorbemerkung zum Katalog während eines Vierteljahrhunderts zusammenge- spart. Kurz nach 1460 kamen zum Schluss 97 bei- nahe prägefrische Sigismundskreuzer hinzu. Wohl bald darauf wurden die Münzen vergraben. Der Fundort, das Fundgefäss und die Fundzusammen- setzung lassen darauf schliessen, dass der ehemali- ge Besitzer aus dem Alpenrheintal selbst stammte. Ob der Topfallenfalls einem Bewohner der nahege- legen «Unteren Burg» oder einem Angehörigen der ländlichen Bevölkerung gehörte, lässt sich nicht entscheiden. Der Zeitpunkt der Verbergung kann nicht mit dem Zug der Eidgenossen ins Alpenrhein- tal von 1460 in Verbindung gebracht werden, da der Fund erst kurz nach diesem Zeitpunkt vergra- ben wurde. Aufgrund seiner Bedeutung bietet der Schellen- berger Fund vielfältige Anregungen für zukünftige Untersuchungen. Dies gilt nicht nur für Arbeiten über die Währungsverhältnisse im Alpenrheintal selbst. In diesem Rahmen wurde er bereits ge- bührend gewürdigt. Auch für entsprechende Unter- suchungen in den angrenzenden Gebieten der Schweiz und Südwestdeutschlands muss der Fund als wichtiger Eckstein in währungsgeschichtliche Überlegungen einbezogen werden. Wer sich in Zu- kunft mit typologischen Fragen bezüglich der Ried- linger Prägungen, mit Gegenstempeln auf Prager Groschen oder mit der Chronologie der Sigis- mundskreuzer beschäftigen will, wird an diesem wichtigen Schlüsselfund ebenfalls nicht vorbeikom- men. 
Der Katalog wurde nach den Richtlinien des Inven- tars der Fundmünzen der Schweiz angelegt,124 wo- bei folgende Elemente aufgenommen wurden: Ka- talognummer, Gewicht; max./min. Durchmesser, Stempelstellung, Metall, Abgegriffenheit, Korrosi- on,125 Bemerkungen und Inventarnummer AFL. Die Anordnung der Münzen im Katalog erfolgt nach währungsgeschichtlichen Räumen. Innerhalb dieser Räume wurden die einzelnen Münzherr- schaften in einer geographisch sinnvollen Reihen- folge aufgeführt. Die Typen innerhalb einer Münz- herrschaft wurden chronologisch oder nach Nomi- nal (von gross nach klein) angeordnet. Innerhalb eines Typs wurden aufgrund von unterschiedlichen Beizeichen oder Verzierungen verschiedene Vari- anten definiert (z. B. Variante 1). Für zusätzliche Abweichungen in den Legenden wurden zusätzlich Untervarianten eingeführt (z.B. Variante la). In- nerhalb derselben Variante erfolgt die Reihenfolge absteigend nach Gewicht. Eine Ausnahme bilden die Prager Groschen, die zuerst nach der Anzahl der Gegenstempel und sodann alphabetisch nach den gegenstempelnden Städten geordnet wurden. Die Legenden werden stets für eine ganze Grup- pe von Münzen angegeben. Konnte bei einer Mün- ze ein Teil der Legende nicht gelesen werden, wur- den die entsprechenden Wörter (nicht die ganze Legende!) mit den durch eckige Klammern gekenn- zeichneten Fehlstellen unter der Rubrik «Bemer- kungen» hinzugefügt. Die Bezeichnung «Typ» bei den Referenzzitaten bedeutet, das für die jeweilige Variante kein genaues Zitat gefunden werden konnte, das die genaue Schreibweise der Legenden wiedergibt. Die Münzen, deren Inventarnummer mit K 0611 beginnen, werden bei der Fachstelle Archäologie FL aufbewahrt. Die Münzen mit den mit K 1305 beginnenden Inventarnummern befin- den sich in Privatbesitz. 124) Inventar der Fundmünzen der Schweiz, Bd. 1, Lausanne, 1993, S. 26-27. 125) Abgegriffenheit und Korrosion: Wert zwischen 1 (nicht abge- griffen/korrodiert) und 5 (stark abgegriffen/korrodiert). Vgl. Abnut- zung und Korrosion. Bestimmungstafeln zur Bearbeitung von Fundmünzen. Bulletin IFS 2. 1995, Supplement. 69
        

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