Schlussbetrachtung Prägungen mit Schwerpunkt Zürch und Schaffnau- sen, während die Riedlinger Prägungen mit einer Ausnahme fehlen. In Schellenberg überwiegen da- gegen diese Konventionspfennige und die mit ih- nen verwandten ober- und mittelrheinischen Pfen- nige. In den kleinen Nominalen zeigt sich somit am deutlichsten die Regionalität der beiden Funde, während die grösseren, überregional zirkulieren- den Nominale in beiden Funden praktisch iden- tisch sind. 
Der 1930/31 im Schellenberger Wald in der Ge- meinde Ruggell aufgefundene Münzschatz ist für die Erforschung der Währungsverhältnisse im Al- penrheintal zur Zeit des Spätmittelalters von ent- scheidender Bedeutung. Wie schon im 14. Jahr- hundert richtete sich dieses Gebiet auch während des 15. Jahrhunderts währungspolitisch nach dem Bodenseegebiet aus. Die Bedeutung dieser lokalen Ausrichtung zeigt sich im verhältnismässig grossen Anteil von Riedlinger Prägungen im Schellenberger Fund. Das angrenzende Währungsgebiet der Nord- ostschweiz war dagegen von deutlich geringerer Bedeutung. Die zahlreichen Pfennige des Fundes aus dem Ober- und Mittelrheingebiet sind wohl auf eine einzelne Zahlung zurückzuführen. Im Alpen- rheintal werden sie kaum einen so grossen Stellen- wert eingenommen haben, wie die Zusammenset- zung des Fundes vermuten lässt. Anzahlmässig wie auch wertmässig machen die lokalen Prägungen aber nur einen relativ beschei- denen Anteil am Geldumlauf aus. Die wirtschaftlich bedeutenden Münzen dieser Zeit waren fremde Münzen. Das Alpenrheintal lag in einem Gebiet, wo sich die Einflüsse überregionaler Zahlungsmittel aus dem Süden (Italien), dem Nordosten (Böhmen) und dem Südosten (Tirol) überschnitten. Wie auch im benachbarten schweizerischen Raum waren im Alpenrheintal die italienischen Münzen die wich- tigste fremde Währung. Für die aus Nordosten ein- strömenden Prager Groschen stellt der Schellen- berger Fund den südlichsten Fundpunkt dar. Die Tiroler Kreuzer im Vaduzer wie im Schellenberger Fund sind Belege dafür, dass neue Münzsorten dank den hier vorbeiführenden Handelsströmen bereits sehr früh im Alpenrheintal Eingang fanden. Bezüglich seiner Zusammensetzung ist der Schellenberger Fund ein ausgesprochener Misch- fund. Dies trifft nicht nur für die Herkunft der Mün- zen zu, sondern auch für die Nominal- und die Al- tersstruktur. Von der Goldmünze bis zum Heller sind alle spätmittelalterlichen Währungsstufen im Fund vertreten. Das ersparte Vermögen stellt einen beachtlichen Betrag dar. Der Wert des Fundes ist im Vergleich mit anderen Schatzfunden überdurch- schnittlich gross. Das Vermögen wurde mindestens 68
        

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