Der Fund als Quelle zum Geldumlauf Der Schatzfund von Schellenberg ermöglicht dank seiner vielfältigen Zusammensetzung einen profun- den Einblick in die Währungsverhältnisse im Al- penrheintal während des 15. Jahrhunderts. Bezüg- lich des lokalen Geldumlaufs war dieses Gebiet wie schon im vorhergehenden Jahrhundert ganz auf den Bodenseeraum ausgerichtet. Im Schellenber- ger Fund besteht dieser lokale Anteil vorwiegend aus Riedlinger Prägungen. Ausserhalb des Alpenrheintales wird die Bedeu- tung dieser Vertragsmünzen eher gering einge- schätzt. Nach den Untersuchungen von Schütten- helm beträgt ihr Anteil inklusive Ravensburg am südwestdeutschen Geldumlauf zwischen 1423 und 1475 nur 0,6 Prozent.105 Im eigentlichen Konventi- onsgebiet wird dieser Anteil etwas höher zu veran- schlagen sein. In der Forschung zuwenig berück- sichtigt sind allerdings die Siedlungs- und Einzel- funde, die Schüttenheims allein auf Schatzfunden beruhendes Bild korrigieren könnten. Offenbar spielen besonders die Pfennige des Bundes im süd- Abb. 14: Schatzfunde des 15. Jahrhunderts mit Prager Groschen, Mailän- der Groschen und Tiroler Kreuzern • Prager Groschen A Mailänder Groschen • Tiroler Kreuzer 
1 Schellenberg; 2 «Vorarl- berg»; 3 Liebenau; 4 Beu- ren; 5 Konstanz; 6 Elgg; 7 Zürich, Altstetten; 8 Küt- tigen; 9 Niedergösgen; 10 Trimbach; 11 Ricken- bach; 12 Basel; 13 Allsch- wil; 14 Kadelburg; 15 Os- terfingen; 16 Neunkirch; 17 Blumberg; 18 Immen- dingen; 19 Nusplingen; 20 Sulz; 21 Tübingen; 22 Steingebronn; 23 Sont- heim; 24 Aufhofen; 25 Die- tenheim; 26 Wiblingen; 27 Mönstetten; 28 Günz- burg; 29 Langenau; 30 Win- terbach; 31 Welzheim; 32 Baden-Baden; 33 Ober- bühlertal; 34 Mundingen; 35 Vogelbach; 36 Kandern 
deutschen Raum eine wichtigere Rolle, als dies die Schatzfunde vermuten lassen.106 Im Vergleich mit anderen Funden zeigt sich, dass der Schellenberger Fund mit seinen 113 Mün- zen aus dem Umkreis des Riedlinger Bundes (inkl. Ravensburg und Überlingen) der mit Abstand be- deutendste Fund dieser Prägungen überhaupt ist. In keinem anderen Schatzfund waren diese Mün- zen auch nur annähernd so zahlreich und vollstän- dig vertreten.107 Dies ist insofern überraschend, als der Fund von Schellenberg der südlichste Schatz- fund des 15. Jahrhunderts mit Prägungen des Bo- denseeraumes ist. Die weiter südlich in Graubün- den gelegenen Schatzfunde enthalten in der Regel keine entsprechenden Münzen.108 Das an den Bodenseeraum angrenzende Wäh- rungsgebiet der Deutschschweiz ist mit 37 Stücken im Fund vertreten. Die Schweizer Münzen spielten im Alpenrheintal keine so bedeutende Rolle, wie dies der Schatzfund von Osterfingen im Kanton Schaffhausen für die Nordostschweiz bezeugt.109 64
        

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