Anteil, darunter die einzige Goldmünze, verkaufte dieser \VOhl noch im Sommer oder im Herbst 1931 an einen privaten Sammler. Aus der Korrespon- denz zwischen dem Finder und dem Käufer geht hervor, dass auch später noch Münzen zum Vor- schein kamen, die der Finder dem Sammler in mehreren Etappen zum Kauf anbot.20 Da der Fin- der immer \Vieder an dieselbe Person gelangte, die ihm offenbar durch persönliche Beziehungen be- kannt war, kann vermutet werden, dass er wohl keinen weiteren Privatpersonen Münzen des Fun- des verkaufte.21 Glücklicherweise blieb dieser 157 l'vlünzen um- fassende Anteil des Fundes in Privatbesitz auch nach dem Tod des Sammlers in seiner Gesamtheit erhalten. 
22 Die heutigen Besitzer der Sammlung er- laubten freundlicherweise die Bearbeitung auch dieses Fundanteils. DIE ÜBERLIEFERUNG DES FUNDES Der Hauptanteil der Münzen des Schatzfundes ge- langte nach der Auffindung an den Historischen Verein für das Fürstentum Liechtenstein, der seine Sammlungen dem Liechtensteinischen Landesmu- seum in Vaduz übergab. Dort war ein kleiner Teil der l\fünzen seit 1972 ausgestellt. Ende der 1980er Jahre wurden die Fundmünzen aus dem Museum ausgeschieden und in die Fachstelle Archäologie in Triesen gebracht. Dieser Hauptanteil des Fundes besteht heute noch aus 414 Münzen gegenüber der von Kittelberger erwähnten Anzahl von 423 Stü- cken. 23 
Neun Münzen müssen derzeit als verschol- len gelten.24 Anfang der 1990er Jahre fand sich in der Münz- sammlung des Liechtensteinischen Landesmuse- ums ein weiterer Teil des Fundes bestehend aus 17) Zur Karte von KollefTel vgl. r:rick. Alexander: Von zwei Liechten- stein-Karten in Schweizer Archiven und einer alten Hheinmarke. In: JBL 53 (1953). S. 179-188 (mit einer Heproduktion der Karte). 18) Dieser Weg entspricht dem Verlauf der heutigen Strasse. Im Gegensatz zu diesem zweiten Weg ist die direkte Verbindung auf der 
DER MÜNZSCHATZFUND VOM «SCHELLENBERGER WALD» VERGRABEN NACH 1460 /DANIEL SCHMUTZ Heber-Karte von 1721 nicht eingetragen. Zur Karte von Jacob Heber vgl. Fischer. Joseph: Die älteste Karte vom Fürstentum Liechtenstein mit einem r:aksimile der Karte. In: JBL 10 (1910). S. 163-172. 19) Seine Angaben werden bestätigt durch den Jahresbericht des Historischen Vereins des Fürstentums Liechtenstein von 1931. In: JBL 31 (1931). S. 151-154. sowie durch den Briefwechsel Kittelber- gers mit dem Historischen Verein (Archiv AFL). 20) Briefe Kirschbaumers an den Sammler vom 26. November 1931 und 25. Oktober 1932. Korrespondenz in Familienbesitz. Fotokopien im Archiv AFL. Dem zweiten Brief liegt ein Blatt mit je einem Abrieb der entsprechenden l\Hinzen bei. Es handelt sich um die Nr. 130. 235 und 294 des vorliegenden Katalogs. Wohl auch zu diesen von Kirschbaumer nachgelieferten Stücken gehört die folgende. nicht zum Fund gehörige Münze: Konstanz. Stadt. Kreuzer aus der Zeit Leopolds (1657-1705). Münzstätte Konstanz: Vs. Einköpfiger Adler. belegt mit Bindenschild: Hs. Stadtschild auf Doppelkreuz über 0: Nau. Oberschwaben. S. 38. Nr. 245: 0.486 g: 15.2114.6 mm: 360": BI. A 0/0. K 4/4: AFL. K 1305/0108. 21) Nicht ganz ausgeschlossen werden kann hingegen. dass der Sammler nur einen Teil der Münzen für sich behielt und andere weiterverkaufte. Interessanterweise sind nämlich in seinem Anteil alle wichtigen Münztypen des Fundes vertreten. Es entsteht der Eindruck. die Stücke seien von einem Kenner bewusst aus einer grösseren r:undmasse ausgelesen worden. Dies ist aber gemäss der Schilderung Kittelbergers gar nicht möglich. da der grösste Anteil des Fundes erst bei den Grabungen des Historischen Vereins zum Vorschein kam und dieser somit nicht in die Hände Kirschbaumers gelangt sein kann. 22) Dieser Fundanteil ist erwähnt bei: Diepenbach. Wilhelm: Ein Beitrag zur Geschichte der Prager-Groschen-Stempelung. In: Frank- furter i\·!ünzzeitung NF 3 (1932). S. 430-434. hier S. 430. Anm. 1. Krusy hat ihn in Listenform nach brieflichen Angaben von Kittelber- ger publiziert (Krusy. S. 377-378). Die Liste ist jedoch in Bezug auf Stückzahlen wie auch auf die Bestimmungen fehlerhaft. Krusy listet 139 Münzen auf. tatsächlich sind jedoch 157 Münzen vorhanden. 9 Pfennige wurden ofTensichtlich wegen ihres schlechten Erhaltungs- zustandes nicht mitgezählt. Die restliche DifTerenz von 9 Münzen ist wohl auf Fehler beim Auszählen zurückzuführen. 23) Die von Kittelberger aufgeführten Stückzahlen sind mit zwei Ausnahmen korrekt. Von Kittelberger. Nr. 9 (Zürich. Angster. im vorliegenden Katalog Nr. 145-146). sind zwei Exemplare vorhanden. nicht nur eines: bei Kittelberger. Nr. 46. fehlt in seinem Katalog die Stückzahl (1 Exemplar). Die von Kittelberger genannte Gesamtan- zahl von 423 dürfte stimmen. 24) r:ür diese verschollenen Münzen wurden wie für die vorhande- nen lnventarnummern vergeben. Es handelt sich um je zwei Tiroler Vierer von Leopold IV. (Kittelberger. Nr. 1: AFL. K 0611/0003- K 0611/0004) und Friedrich !V. (Kittelberger. Nr. 3: AFL. K 0611/0007-K 0611 /0008). einen Zürcher Plappart (Kittelberger. Nr. 11: AFL. K 0611/0110). einen Mainzer Pfennig (Kittelberger. Nr. 34: AFL. K 0611/0208). einen Pfälzer Pfennig (Kittelberger. Nr. 36: AFL. K 0611/0213). einen Mailänder Grosso (Kittelberger. Nr. 85: AFL. K 0611/0401) sowie um eine von Kittelberger als «unbestimmt. schlecht erhalten. unkenntlich» bezeichnete !v!ünze (Kittelberger. Nr. 91: AFL. K 0611/0422). 45
        

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