Peter Kaiser berichtet in seiner «Geschichte des Fürstenthums Liechten- stein», dass am 16. Juni 1796 rund 700 Mann öster- reichischer Truppen mit zwei Kanonen in Liechten- stein einrückten und auf Dux oberhalb von Schaan lagerten. Das Gemälde von Mathias Jehly aus Bludenz zeigt gemäss Inschrift die- ses Militärlager auf Dux mit der Kapelle, der Muttergot- tes und dem Jesuskind als Symbole für den göttlichen Beistand DIE KOALITIONSKRIEGE 1799 IN EUROPA Die Franzosen hatten im Verlaufe des Ersten Koali- tionskrieges der europäischen Mächte gegen das revolutionäre und expandierende Frankreich im März 1798 die Schweiz besetzt. Russland, England, Österreich, die Türkei, Portugal, Neapel und der Kirchenstaat führten danach den Zweiten Koa- litionskrieg (1799-1801) gegen Frankreich. Das Kriegsgeschehen hatte schon im Frühjahr 1799 di- rekt auf Liechtenstein übergegriffen.9 Am 6. März 1799, am frühen Morgen, überquerten die franzö- sischen Truppen den Rhein bei Bendern und Bal- zers. Der Einfall brachte all die traumatisch wir- kenden Erlebnisse, die mit Krieg immer verbunden sind: Plünderungen, Übergriffe, Tod und Verder- ben. Fast den ganzen März über zogen sich die Kämpfe und Scharmützel zwischen den französi- schen Truppen und den kaiserlichen Soldaten im liechtensteinischen Unterland von Planken bis 
Feldkirch hin.10 Das bekannte Votivbild von Dux, das Maria mit Kind auf den Wolken über der Dux- kapelle und einem Militärlager zeigt,11 erinnert daran zurück. Den Franzosen gelang es trotz Tausender von Opfern nicht, Feldkirch einzunehmen.12 Sie zogen sich am Ostermontag 1799 auf das linke Rheinufer zurück. Im Verlaufe des Geschehens hatten die französischen Truppen von Balzers aus die St. Lu- zisteig erobert und Graubünden eingenommen.13 Durch die Gegenangriffe der Koalitionstruppen im Mai 1799 an der St. Luzisteig, am Fläscherberg und rund um den Rätikon gerieten Triesen und Balzers erneut zwischen die Fronten. Seit Mitte Mai 1799 verlagerten sich die Kämpfe vermehrt nach Wes- ten. Die französischen Truppen wichen in Richtung Zürich zurück. Sie hielten sich dort und verschanz- ten sich in der Zentralschweiz und am Gotthard. Die Strategie der Koalitionsmächte sah nun vor, dass der in Italien erfolgreich operierende russi- 332
        

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