zeP am Hals oder Kopf oder am Griff unterschied- lich und dieses wird der Gallaknopf genannt und die Hilfsmittel sind allenthalben nur von gemeinen Leuten erfunden worden.» DER VORTRAG VON GEBHARD SCHÄDLER (FRAGMENT)23 1) Da gegenwärtig in mehreren periodischen Schrif- ten Bemerkungen über den sogenannten Milzbrand vorkommen, so glaube ich, dass meine diesfalls vor 19 Jahren gemachten Beobachtungen und. Erfah- rungen, Ihnen, verehrte Herren und Collegen nicht unangenehm seyn werden; besonders, da wir sämtlich eine Gegend bewohnen, wo die Viehzucht eine so wichtige Rolle spielt und weil öfters auch bey herrschenden Seuchen ärztliches Einschreiten nachgesucht oder gefordert würd. Um so mehr aber noch verdient diese Seuche, unsere Aufmerk- samkeit in Anspruch zu nehmen, weil durch Infek- tion selbe auch auf Menschen übertragbar, eine der schnelllaufendsten Krankheiten, die Schwarzeblat- ter oder den Milzbrandkarbunkel erzeuget oder her- vorbringt. 2) Es gab dazumahl viele, und gegenwärtig noch welche, die diese Infektion bezweifeln wollen. An- dere nehmen zwar die Empfänglichkeit des Men- schenfür den Milzbrand an, verwerfen aber diesel- be für die Rinderpest. Man sehe den 3. Bericht von der Verhandlung der Veterinair-Gesellschaft zu Ko- penhagen in der Med. Chir. Zeitung 3. Band 1820. Durchgehen wir aber die Geschichte der Thierseu- chen nach Busch und anderen, so finden wir schon im grauesten Alterthume verheerende Seuchen un- ter Menschen und Thieren. So beschreibt schon' Ovid im siebenden Buche seiner Metamorphosen eine Pest, die beinahe alle Menschen und. Thiere auf der Insel Ägina wegraffte; die Zufälle, welche er beschreibt, bezeichnen einen höchst anstecken- den faulichten Typhus. - 3) Auch Homer gedenkt in seiner Iliade einer sehr verheerenden Seuche, welche während der trojani- schen Belagerung fast alle Thiergattungen und zu-letzt 
auch selbst Menschen befiel. Später gedenkt Plutarch, dass unter der Regierung des Romulus zu Rom und der Umgebung eine höchst tödliche Seu- che unter Menschen und Tieren herrschte. Dionisi- us von Halicarnas beschreibt eine Seuche, welche zuerst Pferde und Rindvieh befiel, hernach aber auch andere Thiergattungen und selbst Menschen wegraffte. Auch Livius meldet von einer Seuche, welche sehr verheerend gewesen, und von Thieren auf Menschen übertragen wurde. Silius Italicus giebt Nachricht von einer pestartigen Seuche in Si- cillien, welche mehrere Thiergeschlechter und zu- letzt auch Menschen ergriffen habe. Auch Tacitus, Herodot und Suetonius geben Nachricht von sehr verderblichen Viehseuchen wel- che auch am Ende auf Menschen übergiengen. 4) Im Jahre 801 nach Christi Geburt entstand als Folge eines schrecklichen Krieges eine Pest unter Menschen und, Thieren, welche unzählige Opfer wegraffte. Im Jahre 1316 brach in England in Folge häufiger Überschwemmung eine sehr verheerende ruhrartige Seuche unter Menschen und Thieren aus. Eben eine Solche grassierte im Jahre 1813 im Gefolge des Befreiungs-Krieges in der Umgebung von Maubeuge in Flandern, beobachtet von einem preussischen Staabsarzt. Eine Rindviehseuche mit eiternden Beule am Halse zeigte sich im Jahre 1617 in Oberteutschland und raffte eine Menge Thiere weg. Menschen, die vom Fleische kranker Thiere assen, bekamen die Krankheit ebenfalls. Im Vene- tianischen brach im Jahr 1630 eine Seuche unter dem Rindvieh aus, wovon auch Menschen ange- steckt wurden. 1760 fielen eine Menge Pferde und Rindvieh in der Schweiz am Milzbrand. 5) In den Jahren 1795 und 96 zeigten sich, wahr- scheinlich durch die zur österreichischen Armee getriebenen Ochsen herbeygeführt, die ersten Spu- ren der Rinderpest in Südteutschland, die in Folge des im Herbst 1796 übereilt erfolgten Rückzuges des fränkischen Generals Moreau auch im Breys- gau verheerend sich ausbreitete und die ich, sowie beynahe zur gleichen Zeit den Milzbrand zu beob- achten, unter meinem damaligen würdigen Profes- 214
        

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