DIE SCHLACHT BEI TRIESEN AM 12. FEBRUAR 1499 CLAUDIUS GURT Friedensschluss am 22. September in Basel Auf- marschgebiet der schwäbischen und eidgenössi- schen Truppen. Dabei kam es immer wieder zu schweren Übergriffen auf die Zivilbevölkerung, von eidgenössischer und schwäbischer Seite, diesseits und jenseits des Rheins. So dürfte die Balzner Dorf- bevölkerung immer wieder unter den allerdings vergeblichen Bemühungen der Eidgenossen gelit- ten haben, die Burg Gutenberg zu erobern. So ver- suchten beispielsweise am 9. März etwa 30 Kriegs- knechte, das Vieh aus dem Vorhof der Burg Guten- berg zu treiben, stiessen dabei jedoch auf eine anscheinend wirkungsvolle Verteidigungsmassnah- me: «Do haben iro 4 in lemysen [eine Art Fangei- sen] tretten, und hand die andren by 400 lämysen uffgelesen und müssen abtretten.»84 Sie mussten also ohne die erhoffte Viehbeute abziehen. Es ist je- doch wohl anzunehmen, dass sie sich dafür an der Dorfbevölkerung schadlos hielten, bevor sie sich wieder über den Rhein zurückzogen. Die Schwäbischen dagegen, die inzwischen, un- ter dem Befehl von Graf Sigmund von Lupfen durch Zuzüge verstärkt, auch am Eschnerberg ihr Lager aufgeschlagen hatten, «ritend am Rin uff und nider, tribend gar vil muotwillens».85 Was man sich unter solchem «muotwillen» in etwa vorzustellen hat, geht aus den «Acta» hervor, wonach die Schwäbischen bei einem Ende März unternomme- nen Raubzug über den Rhein nach Sax, Gams und Grabs die im Kriegstross mitlaufenden Knechte und Frauen anhielten, sich am Raubzug zu beteili- gen: «und haben etlich knecht und wiber zu pren- nen und ze erobren verordnet», welche denn auch zusammen mit den Landsknechten «die guoten lüt an den bettern ufgenomen, etlich daran, etlich halb angethon, etlich schläfrig und etlich in der were er- stochen und erwürgt». Von den Eidgenossen wie- der über den Rhein zurückgetrieben, ging im Ge- genzug das blutige Geschäft in den Reihen der Schwäbischen weiter: «Darunder etlich frouwen erstochen und ertrenckt worden sind, die Cuonradt Eckhart am dritten oder andern Tag darnach uff dem sand ligende mit anderen gesehen hart.»86 Noch am 22. August haben einige aus dem Sar- ganserland und Graubünden stammende Kriegs-knechte 
aus der in Maienfeld stationierten Besat- zungstruppe «denen von Schan, Fadutz und Trie- sen ir schmal- und kleinväch: schwin, gaiss, schaff und by 400 khüen uss irn alp genuinen, [und] un- der ainander getailt».87 Auf die Klagen der Frauen beim Sarganser Landvogt, sie hätten doch den Eid- genossen geschworen und stünden noch in Eides- pflicht, werden ihnen zwar 100 Kühe wieder zu- rückgegeben, der Rest der geraubten Viehhabe hingegen war nicht mehr aufzutreiben. Die Vergeltung der Schwäbischen Hess nicht lan- ge auf sich warten. Bereits vier Tage später, am 26. August, zog ein Trupp königlicher Landsknech- te von Feldkirch nach Schaan und Vaduz, setzte über den Rhein und «hat ain rob väch genommen und über Rin getriben, sich zu Schan und Fadutz etlich tag lassen sähen und damit derselben armen lüt erlitnen schaden vergolten».88 /5) Ebenda. 76) Vgl. Seger, Otto: Sagen aus Liechtenstein. In: JBL 65 (1965), S. 128. 77) «Acta» (wie Anm. 43). S. 10 f. 78) Vgl. Amtliche Sammlung der älteren Eidgenössischen Abschiede. Band 3, Abt. 1 (1478-1499). bearbeitet von Anton Philipp Segesser. Zürich 1858, Nr. 639 (k). S. 595 ff.; ebenda Band .3, Abt. 2. Nr. 41 (o). S. 86 ff.; Brennwald, Schweizerchronik (wie Anm. 44). S. 357 f. 79) Vgl. Eidg. Absch. Band 3, Abt. 1 Nr. 644 (h), S. 603 f. 80) Vgl. ebenda Nr. 640 (c), S. 597 ff.: Nr. 643 (h), S. 602 f.; Nr. 644 (h). S. 603 f. 81) «Acta» (wie Anm. 43). S. 10 f. 82) Anselm, Berner Chronik (wie Anm. 52), S. 118 f.; Brennwald, Schweizerchronik (wie Anm. 44). S. 359 f. 83) Zellweger, (wie Anm. 28). Nr. 606, S. 303. 84) «Acta» (wie Anm. 43). S. 16. 85) Brennwald, Schweizerchronik (wie Anm. 32), S. 380. 86) «Acta» (wie Anm. 43). S. 16 f. 87) Ebenda S. 35 f.: vgl. auch Die Kanzlei-Akten der Regentschaft des Bistums Chur aus den Jahren 1499-1500. Hrsg. von Fritz Jecklin. (Als Fortsetzung von Möhrs Codex diplomaticus VII. Band). In: Jahresbericht der Historisch-Antiquarischen Gesellschaft von Graubünden 28 (1898). S. 1-140. hier Nr. 134-135, S. 61 f.; Jecklin. (wie Anm. 49). Nr. 242. S. 234. 88) «Acta» (wie Anm. 43), S. 36. 179
        

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