Konstanzer Frauen und Priester suchen auf dem Schlachtfeld ausserhalb der Stadt ihre toten und verwundeten Angehörigen und verladen diese auf den Pferdewagen. Das Bild gibt eine Andeu- tung von der Grausamkeit des Krieges, welcher das einzelne Menschenleben gering achtete. Während die befestigten Städte noch eine gewisse Sicherheit boten, waren Dörfer und Bauernhöfe plündernden und mordenden Horden schutzlos ausgeliefert. 
In Kenntnis der Lage entschlossen sich die Eid- genossen zu einem weit ausgreifenden Manöver: 2 000 Mann unter dem Kommando des Urners Heinrich Wolleb stiegen am 20. April von Planken in Liechtenstein aus über beschwerliche Pfade zum Sarojasattel in etwa 1600 Meter Seehöhe auf, um von dort über den Berghang in die Flanke der geg- nerischen Vorposten zu gelangen und den von Wes- ten über die Letze vorgetragene Vormarsch der Hauptmacht unter dem Freiherrn Ulrich von Sax zu Forsteck zu unterstützen. Der Sage nach soll sie ein Verräter namens Uli Mariss aus Schaan geführt haben.28 Die Gegenseite hatte freilich auch eine sol- che Aktion gedacht und im Bereich des Abstiegs Sperren errichtet und Schützen postiert. In einem scharfen Gefecht warfen die Eidgenossen unter Wolleb aus der Bewegung heraus diese Vorposten und konnten sich wenig später mit der Hauptmacht vereinigen. Heinrich Wolleb fiel in dieser Phase des Kampfes durch einen Büchsenschuss. Nun begann die eigentliche Schlacht, die Eidgenossen stiessen auf einen wesentlich härteren Widerstand als in den vorangegangenen Treffen dieses Krieges. Erst nach mehrstündigem Kampf mussten die Königli- chen weichen, ihr Rückzug staute sich an der III. Es war Frühjahr, der Fluss führte Hochwasser. Ein be- trächtlicher Teil der ins Wasser Gedrängten er- trank, wer am Ufer blieb, wurde niedergemacht. Wieder wogen die Verluste schwer, auf österreichi- scher Seite waren mindestens 2 000 Mann, darun- ter fast der ganze Walgauer Landsturm gefallen. Aber auch die Eidgenossen hatten erstmals in die- sem Krieg mit 700 bis 800 Toten einen ungewöhn- lich hohen Blutzoll leisten müssen. Dennoch - die Schlacht bei Frastanz zeigte das hohe strategische Niveau, das die eidgenössische Kriegsführung da- mals erlangt hatte. Waren die Siege der Schweizer bis dahin vielfach nur dem ungeheuren Druck ihrer Sturmangriffe zu verdanken gewesen, paarte sich nunmehr die ungestüme Schlagkraft mit der erfor- derlichen taktischen Disziplin, die auch anspruchs- vollere Aufgaben lösbar machte. Aufgrund der Entwicklung der Lage sah sich Maximilian gezwungen, persönlich in den Konflikt einzugreifen, um die Reichsstände zu einer Teil- 1:10
        

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