nössische Zusammengehörigkeitsgefühl gepflegt. Diese Anlässe fanden schliesslich mit der ersten Bundesfeier, der 600-Jahrfeier der Eidgenossen- schaft von 1891, einen Höhepunkt. Ähnliche Zente- narien gab es 1876 in den USA und 1889 in Frank- reich. Bei diesen Jahrhundertfeiern ging es vor al- lem darum, das Davor und das Danach, den seit der Staatsgründung erreichten Fortschritt erlebbar zu machen. Das Bedürfnis, die eigene Staatsgrün- dung bewusst zu machen, war aber auch durch die Staatsgründungen des 19. Jahrhunderts in der Schweiz, in Italien und in Deutschland wach geru- fen worden. FRÜHE PATRIOTISCHE FEIERN IN LIECHTENSTEIN In Liechtenstein sammelte man ebenfalls im 19. Jahrhundert die ersten Erfahrungen mit patrioti- schen Feiern. Schon im 18. Jahrhundert wurde der Geburtstag und manchmal auch der Namenstag des Landesfürsten als Feiertag begangen. Profitiert haben davon allerdings nur die Beamten, die einen freien Tag erhielten. In diesem Zusammenhang 
werden feierliche Messen mit Glockengeläute, Böl- lerschiessen und Höhenfeuern erwähnt. Eine erste patriotische Feier gab es 1842 beim Besuch des Fürsten Alois IL, dem ersten Fürsten- besuch im Land überhaupt. Dieser Anlass wurde mit einem Volksfest, Höhenfeuern und Böllerschüs- sen überschwänglich gefeiert. Auch der erste Be- such des Fürsten Johann II. im Jahre 1859 wurde als «förmlicher Feiertag» mit Triumphbögen und Böllerschiessen begangen. Gefeierte Anlässe waren ferner verschiedene Regierungsjubiläen, so etwa das 40. Regierungsjubiläum des Fürsten Johann II. im Jahre 1898. Ausdruck solcher patriotischer Be- mühungen war schliesslich auch die liechtensteini- sche Landeshymne, die bei der Landesausstellung von 1895 erstmals mit dem (im Wesentlichen) heu- te noch gültigen Text erwähnt wird. DIE 200-JAHRFEIER VON 1899 In diesem Umfeld entstand 1899 im Liechtenstei- ner Unterland der Wunsch, den «Anschluss an das Fürstliche Haus Liechtenstein mit einer würdigen 200-jährigen Erinnerungsfeier» zu begehen - der Die Huldigungsfeier von 1718 vor dem Schloss Vaduz in einer Darstellung von Eugen Verling. Der abwesende Landesherr Fürst Joseph Wenzel wird durch ein Bild vertreten. 6
        

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