Warnte Vogt vor Ein- wendungen der SS: Ministerialdirigent Otto von Erdmannsdorff. Aufnahme um 1936 
soll vor diesbezüglichen Einwendungen der SS gewarnt haben.137 Er empfahl Vogt, sich dort umzusehen.138 Huegel nannte Vogt weitere Liech- tenstein-Dienststellen von SS und Auswärtigem Amt.139 Aufgrund von Erdmannsdorffs Empfehlung und der Einschaltung Huegels wurde Vogt zu einer Reihe von Besprechungen im Deutschen Reich bei- gezogen. Diese dauerten bis 1943 und galten der VDBL, damit immer auch der jeweiligen deutschen Haltung zu Liechtenstein.14" Alois Vogt konnte sich nun, im Zuge von Folgekontakten der ersten Vor- stösse 1940/41, einigermassen über den Umfang Volksdeutscher Aktivitäten orientieren. Letztere präsentierten sich aggressiver, aber auch unein- heitlicher als zu LHD-Zeiten. Bezeichnenderweise hatte der VDA, die zentrale Adresse für den LHD und den rechten VU-Flügel, nach 1937 an Bedeu- tung verloren. Dies wurde Vogt anscheinend erst im Jahre 1941 deutlich, als er auf Hinweis Huegels beim VDA in Berlin vorsprach.141 Alois Vogt gab nach dem Krieg an, dass er bei seinen Kontakten zu «ungewöhnlichen Mitteln»142 griff, für Informationsgewinne einen Gesetzesver- stoss in Kauf genommen hätte.143 Vogt wies auch darauf hin, dass Liechtenstein über keine eigenen Nachrichtendienste verfügte. Die Kontaktdiplo- matie beinhaltete, zumal für Vogt, auch dieses Element.144 Der Regierungschef-Stellvertreter bewegte sich gegenüber reichsdeutschen Adressaten von Anfang an in einer Grauzone. Das liechtensteinische «Spit- zelgesetz» von 1937 sanktionierte politische Nach- richtenübermittlung auf liechtensteinischem Ge- biet, sofern sie zugunsten einer fremden Macht und zum möglichen Schaden des Landes erfolgte.145 Das Gesetz traf keine Unterscheidung zwischen Informationsweitergabe im vertraulichen Behör- denverkehr und der beauftragten Informations- beschaffung für ausländische Interessenten. Die meisten Stellen, an welche Vogt gelangte, waren dienstlich mit Nachrichtenbeschaffung zu Personen und Institutionen im In- und Ausland befasst. Be- kannterweise galt dies für die Gestapo und Stellen der SS; aber auch das Auswärtige Amt, namentlich die Deutschlandabteilung unter Luther, war in den 76
        

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