wurde Dr. Klaus Huegel, seit 1938 Mitarbeiter, ab 1. August 1940 Leiter des Auslandsnachrichten- dienstes des SD-Leitabschnitts Stuttgart. Mit Hue- gel baute Vogt eine vertrauliche und freundschaft- liche Verbindung auf.116 Huegel war Vogt noch vor dem Putschversuch 1939 als «Mitarbeiter des VDA und des Auslands- institutes in Stuttgart» bekannt geworden."7 Als Nachrichtenoffizier der SS vermittelte er Vogt nach 1940 weitere Verbindungen zu deutschen Dienst- stellen und war seinerseits an Hilfestellungen des Regierungschef-Stellvertreters interessiert. Huegel wurde im April 1943 Leiter des Schweiz/Liechten- stein-Referates im Amt VI des Reichssicherheits- hauptamts (RSHA) Berlin. Vogt wusste, dass Huegel Angehöriger der SS beziehungsweise des SD war, über dessen genaue Stellung habe er sich nicht ins Bild gesetzt."8 Im Auswärtigen Amt wurde Alois Vogt lange vor konkreten Begegnungen in Berlin registriert. Zu den VDA-Verbindungen und zur LHD-Tätigkeit war unter anderem vom Generalkonsulat Zürich nach Berlin berichtet worden."9 Mehrere Abteilungen im Auswärtigen Amt be- fassten sich nach 1938 mit Liechtenstein-Fragen: das Büro des Reichsaussenministers Ribbentrop, hier hatten der Fürst und Hoop wohlgesinnte Mit- telsmänner; die politische Abteilung, ab April 1938 bis April 1943 von Ernst Woermann geleitet, und das Büro des Staatssekretärs, dies war 1938 bis 1943 Ernst von Weizsäcker. Woermanns Nachfol- ger wurde im April 1943 Andor Hencke, auf Weiz- säcker folgte im März 1943 Gustav Adolf Steen- gracht von Moyland. Schliesslich agierte noch die sogenannte Deutschlandabteilung, von Mai 1940 bis April 1943 Martin Luther unterstellt. Obwohl der 1938 formulierte Kurs der vorläufigen Scho- nung Liechtensteins während des Krieges vom Aussenministerium beibehalten wurde, war er zwi- schen dessen Untergliederungen nicht unumstrit- ten. Insbesondere Luthers Abteilung verfolgte die Umsetzung von Volkstums- und Rassenpolitik mit Ehrgeiz. Vogt nahm seine Kriegsverbindungen zum Auswärtigen Amt in diesem Spannungsfeld auf. Sein wiederholter Gesprächspartner in der politi-schen 
Abteilung war seit 1941 der Ministerialdiri- gent Otto von Erdmannsdorff. Die Abteilung Lu- thers hatte Liechtenstein-Berichte und Fühlung- nahmen Vogts mit deutschen Stellen seit Juli 1940 registriert.120 Zu einer persönlichen Vorsprache kam es erst im Sommer 1942, auf Empfehlung Erd- mannsdorffs. Alois Vogt unterhielt aus eigener Initiative oder infolge des regionalen Behördenverkehrs zahlrei- che weitere Kontakte mit Stellen im Reich. Deut- sche Dokumente belegen einen Kontaktversuch Vogts mit dem SD München,12' Vogt bestätigte dies nach dem Krieg für die Jahre 1940 und 1941.122 Der SD-Leitabschnitt München war neben den Leitabschnitten Stuttgart und Innsbruck für den politischen Nachrichtendienst der SS im Raum Schweiz/Liechtenstein zuständig.123 Nach dem Herbst 1940 habe München die nachrichtendienst- liche Arbeit von Stuttgart übernommen, also kurz nachdem dort Klaus Huegel Leiter des äusseren Geheimdienstes wurde.124 Alois Vogt versuchte mit Hilfe Peter Rheinbergers, der für die SD-Stellen Stuttgart und München arbeitete, Verbindung zu letzterer aufzunehmen. Ebenfalls über Rheinberger konnte Vogt die Bekanntschaft von Hauptmann Süss machen, einem Offizier der Abwehr, des mi- litärischen Nachrichtendienstes in München. An- ders als mit dem Münchner SD ergaben sich mit dem Abwehrmann Süss weitere persönliche Be- sprechungen.125 Mit den Leitern der SD-Aussenstelle Bregenz, Anton Schrattenecker und Gottlob Wandel, hatte Vogt nach eigener Angabe nur wenig Verbindung. Die Stelle Bregenz war dem SD Innsbruck un- terstellt. Wandel wurde Vogt im Winter 1943 von LIuegel vorgestellt, 1944 besorgte er Schlafwagen- karten für eine Zugreise Vogts nach Berlin. Der Vizeregierungschef besprach sich dort wegen der Ausfuhr fürstlicher Gemälde.126 Wichtiger als die SD-Filialen waren für Vogt im Grenzbereich Liechtenstein/Vorarlberg die Ge- stapo-Stellen, insbesondere die Gestapo Feldkirch unter Karl Kriener und das Grenzpolizeikommissa- riat Bregenz mit den Kommissaren Hohmann und Hübner. Übliche Besprechungen erfolgten bis Ende 72
        

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