«DER EINZIGE MANN, DER DIE SACHE AUF SICH NEHMEN KÖNNTE ...»/JÜRGEN SCHREMSER Regierungschef Hoop. Letzterer hatte seine Studien ebenfalls in Österreich absolviert.47 Anders als viele Anhänger des LHD und der nachmaligen VU, aufgrund der politischen Majori- sierung durch die FBP verbittert, durch die Wirt- schaftskrise getroffen, anders auch als der «poli- tisch naive Eiferer»48 Vogelsang war Alois Vogt ein integrierter Landesbewohner. Er war verwandt- schaftlich weitläufig eingebettet, als Jurist mit dem Treuhandpionier und VU-Mitglied Guido Feger früh geschäftlich verbunden.49 Alois Vogt war politisch ambitioniert, zur Erreichung konkreter Machtziele aber auch kompromissfähig. Schliess- lich dürfte er kein Hasardeur gewesen sein, die Entwicklung Hitlerdeutschlands, anfänglich mit Sympathie und Geltungsdrang begrüsst, rückte 1938 und danach in ein anderes Licht. 
45) LLA RF 117/066. 46) Alois Vogt und Josef Hoop gehörten zu den Gründern der ersten liechtensteinischen Studentenverbindungen. Hoop war Mitbegründer der Rhenania 1916, Vogt der Rheinmark 1925. 47) Dr. Josef Hoop. 1895-1959. studierte orientalische Sprachen an der Universität Innsbruck und promovierte dort 1920. Von 1928-1945 war er Regierungschef des Fürstentums Liechtenstein. 48) Geiger: Krisenzeit 1. S. 460. 49) PAAV/1S0. Alois Vogt hatte bereits 1933 eine Bürogemeinschaft mit Guido Feger und war Prokurist von dessen Allgemeiner Treuhand AG. Peter Geiger bemerkt, dass Alois Vogt «als Rechts- anwalt noch wenig erfolgreich» war. Siehe Geiger: Krisenzeit 2, S. 180. Diese Einschätzung wird man für den Verlauf der Dreissiger- jahre differenzieren müssen. Im PAAV finden sich Hinweise auf zahlreiche zivilrechtliche und notarielle Mandate. Alois Vogt erklärte 1946. dass er vor dem Regierungseintritt vermögender gewesen sei als danach: BAB E 4320 (B) 1990/133 Bd. 52, 2. Mai 1946: Vogt an Vizeregierungschef Nigg. 35) Siehe Korrespondenz Hoop-Vogt in LLA RF 117/066; RF, 169/ 170. Nr. 24, 19. Juni 1935. sowie PAAV/325, Oktober 1937: Brief- wechsel Alois Vogt mit der katholischen Korporation Raeto-Bavaria. 36) Zu dieser Thematik: Markus Juen: Waffenstudenten und katholische Korporationen an der Universität Wien 1918-1938. Versuch einer Beslandesaufnahme. Diplomarbeit Univ. Wien 1994 sowie Michael Gehler: Studenten und Politik. Der Kampf um die Vorherrschaft an der Universität Innsbruck 1918-1938 (Innsbrucker Forschungen zur Zeitgeschichte. Hrsg. Rolf Steininger, Institut für Zeitgeschichte der Universität Innsbruck. Bd.6, 1990). 37) LLA RE 169/170. Nr. 10. 9. Juni 1934: Vogelsang schreibt, dass er den «Christlichen Ständestaat» öfters «bei Dr. Vogt» sehe und beklagt sich über die Publikation, sie «glaubt nur in Form von Hetze über Deutschland schreiben zu sollen.» 38) Geiger: Krisenzeit 1, S. 421. 39) Siehe die ausführliche Darstellung in Geiger: Krisenzeit 2. S. 108-186. 40) Ebenda, S. 163-167. 41) PAAV/467, 29. März 1938: Protokoll VU-Landesausschuss- sitzung. 42) Peter Geiger bemerkt, dass sich Alois Vogt veränderten poli- tischen Situationen rasch anpasste, mit Regierungseintritt 1938 sei sein Ehrgeiz befriedigt gewesen. Siehe Geiger: Krisenzeit 2, S. 180. 43) Peter Geiger weist auf den «rückwärtsgewandten» Zug von Organisation und Programm des LHD hin; siehe Geiger: Krisenzeit 1. S. 379. 44) Interviews mit Rudolf Rheinberger. 27. Januar 1997, und Emanuel Vogt, 9. Dezember 1996. 59
        

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