DAS LIECHTENSTEINISCHE LANDESMUSEUM VOR DEM NEUBEGINN / MICHAEL PATTYN / NORBERT W. HASLER vermitteln sollen, besteht auf rund 
500 m2 Wech- selausstellungsfläche die Möglichkeit, bestimmte Themenbereiche zu vertiefen und neue Ausstel- lungsschwerpunkte zu setzen. Neben der Präsentation von Ausstellungen wird sich das Landesmuseum auch weiterhin der Sammlung und fachgerechten Restaurierung und Konservierung sowie der Aufbewahrung der Museumsobjekte widmen. Fachleute und interes- sierte Laien sollen über das Medium der Elektronik Informationen unterschiedlichster Art erhalten. Es werden zudem Medien- und Schulungsräume ein- gerichtet, die speziell Kinder und Jugendliche ansprechen sollen. Mittelfristig ist auch die Ein- richtung einer Fachstelle für Museumspädagogik geplant. Ausstellungskataloge, Publikationen sowie ein reichhaltiges, ausgewähltes Angebot aus dem Museumsshop runden das dem Museumsbesucher angebotene Programm ab. Das bislang erarbeitete Konzept der Daueraus- stellungen5 sieht folgende Grundsituation und Aus- gangslage vor: Räumlich ist von drei Häusern auszugehen, von denen jedes einen eigenen Charakter hat, für die aber eine gemeinsame Erschliessung und Nutzung vorgegeben ist. Inhaltlich und museologisch fordert das Leitbild des Liechtensteinischen Landesmu- seums ausdrücklich eine Integration der Teilge- biete Naturgeschichte, Archäologie, Volkskunde und historische Landeskunde. Unterschiede in der Zielsetzung und im Objektbestand dieser Teilge- biete sind trotzdem zu respektieren. Auch die Dau- erausstellungen sollen ein hohes Potential zur Flexibilisierung aufweisen. Dem ist mit einer Ge- staltungsweise, welche Ausbaugrad und Mittel- einsatz differenziert, Rechnung zu tragen. Auf einen festen Rundgang durch das ganze Museum - auf Zeiten, Themen oder Materialien ausgerichtet - wird verzichtet. Das neue Landesmuseum wird als Kommuni- kationsort verstanden, in dem die verschiedensten Medien zum Einsatz kommen. Visueller Kommu- nikation durch die angemessene Präsentation von Objekten kommt dabei besondere Bedeutung zu. Anschauungs- und Informationsvermittlung durch 
Schrift und computergestützte Aktivitäten ist genü- gend Platz zu gewähren. Der vorhandene und teilweise noch zu ergän- zende Objektbestand soll möglichst breit zur Gel- tung gebracht werden. Gleichzeitig sollen mit einer sorgfältigen und restriktiven Auswahl an Objekten, mit der auch Vielfalt und Phantasie nicht zu kurz kommen sollen, ästhetisierender Formalismus und didaktisierende Belehrungswut, aber auch Orien- tierungslosigkeit und Sammelsurium-Eindruck ver- mieden werden. Thematischer Aufbau, Platzierung der Hauptobjekte, Art und Ort multimedialer und anderer Installationen, Informationsmittel werden der Gestaltung vorgegeben. Auf eine grundsätzlich einheitliche Gestaltungsweise wird Wert gelegt, allerdings unter Berücksichtigung der unterschied- lichen baulichen Voraussetzungen. An der Basis erfolgt - im Sinne einer einfachen  für die Orientierung - eine nach verschiedenen Krite- rien bestimmte Aufteilung der Dauerausstellung in sechs Grundbereiche, von denen jeder einem be- stimmten Raumteil im Museumsbau, im Verweser- haus sowie im Erweiterungsbau zugeordnet wird. Jeder dieser Grundbereiche steht in der Vermitt- lung unter einem Leitthema. Die Grundbereiche werden unter dem Leitthema nach Modulen auf- gebaut. Dabei wird zwischen Grundmodulen und variablen Satellitenmodulen unterschieden. Pro Grundbereich sollen je ein oder zwei Grundmodule eingerichtet werden. Das Grundmodul wird als thematischer Schwerpunkt aufgebaut, mit einem visuell prägnanten und inhaltlich aussagekräftigen Leitobjekt beziehungsweise einer Leitobjektgruppe im Zentrum und einer Reihe zusätzlicher Objekte oder Objektgruppen, die sich um diesen Themen- schwerpunkt gruppieren lassen und teilweise auch aus anderen Grundbereichen stammen können. Mit drei bis sechs Satellitenmodulen pro Grundbe- reich sollen mit weniger hohem Ausbaustandard 5) Folgende Ausführungen basieren auf einem zusammenfassenden Expose der bisherigen Tätigkeit der Fachgruppe «Museumsausstel- lungen», verfasst von Univ. Prof. Dr. Roger Sablonier, Beratungsstelle für Landeskunde Zug, Manuskript vom 1 1. August 1999. S. 14—16. 315
        

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