DAS LIECHTENSTEINISCHE LANDESMUSEUM VOR DEM NEUBEGINN / MICHAEL PATTYN / NORBERT W. HASLER Johannes Modersohn und Antje Freiesleben aus Berlin. Zusätzlich zu den Rängen wurde ein Ankauf an Architekt Professor Wilhelm Kücker aus Mün- chen vergeben. Das Ergebnis des Architektur- wettbewerbs «Renovation und Erweiterung des Liechtensteinschen Landesmuseums» wurde vom 26. Mai bis 8. Juni 1998 im Foyer des Vaduzer-Saa- les öffentlich ausgestellt. Das unter der Leitung von Architekt Frank Brun- hart eingereichte Projekt zeichnet sich durch einen sensiblen Umgang mit dem historischen Baube- stand und durch Zurückhaltung bei der Planung des in den Hangfuss des Schlosswaldes integrierten Erweiterungsbaus aus. Im Schlussbericht der Jury heisst es: «Projekt Nr. 8, Kennwort: Reihenfolge. - Das Projekt ist das Resultat einer sorgfältigen Analyse der topographischen Gegebenheiten am Schlosswald / Schlossberg. Der Neubau versteht sich als  und artikuliert sich nach aussen durch seine Zugehörigkeit zum System der parallel verlaufenden Stützmauern - gleichzeitig auch Schutzmauern für die bestehenden Gebäude. Durch die Neubaumassnahmen klärt sich die Konstellation von Hangsituation und Altbauten. Die geometrische Struktur des Neubautrakts entsteht aus dem präzisen Studium des Terrains. Auf na- türliche Belichtung wird zu Gunsten geschlossener Mauerflächen weitgehend verzichtet. Da das Ge- bäude in den Hang eingegraben ist, werden auch keine Oberlichträume vorgeschlagen. Durch das  und die zurückhal- tende Verfestigung des Schlossbergs in Form einer Abfolge von Stützmauern werden die beiden Alt- bauten - Landesmuseum und Verweserhaus - in ihrer solitären Wirkung gesteigert und aufgewertet. Der Haupteingang zum Landesmuseum liegt wie bisher auf der Nordseite des Altbaus. Von hier wer- den auch das Verweserhaus und der Neubautrakt erschlossen. Ein Gelenk, bestehend aus Treppen und Rampen, verbindet die Altbauten hindernis- frei. Die räumlichen Verhältnisse im Eingangs- bereich des Altbaus sind eng. Hervorzuheben ist die zweigeschossige Trep- penhalle, die zur Wechselausstellung führt. Am Gelenkpunkt liegt ein Ausstellungsraum mit Seiten-licht 
und Ausblick. Darunter befinden sich die naturwissenschaftlichen Sammlungen. Das Aus- stellungsgut der landeskundlichen Abteilung ist auf die Altbauten verteilt. Der Entwurf basiert auf einer intensiven Aus- einandersetzung mit Hang und Topographie. Die gestalterischen und architektonischen Formulie- rungen sind auf hohem Niveau. Der Umgang mit der historischen Bausubstanz ist vorbildlich. Es handelt sich beim vorliegenden Projekt um einen eigenwilligen und wertvollen Beitrag zur Lösung der gestellten Aufgabe».4 ERARBEITUNG DES BAUPROJEKTES Auf Grundlage des vom Preisgericht zur Aus- führung empfohlenen Siegerprojektes hat das Architektenteam gemeinsam mit Fachplanern und Spezialisten ein Vorprojekt und schliesslich ein zur Baueingabe reifes Bauprojekt bis zum Sommer 1999 ausgearbeitet. Neben der grundrisslichen Anpassung des Projektes auf die Bedürfnisse der künftigen Nutzung und der Besucher des Gebäudes bedurfte die Berechnung des zu erwartenden Hangdrucks auf den geplanten Erweiterungsbau und der fachgerechte Umgang mit den historischen und in arge Mitleidenschaft gezogenen Altbauten grösster Sorgfalt sowie umfangreicher Überprü- fungen und Abklärungen. Neben der Schaffung attraktiver und zeitgemäs- ser Bedingungen für den Betrieb und Unterhalt eines Museums von ganz besonderer kulturpoli- tischer Tragweite für das Land Liechtenstein ver- folgt das Projekt das Ziel der Erhaltung eines letzten bedeutenden Reliktes von Alt-Vaduz, einer unter Denkmalschutz stehenden Gebäudegruppe von historischer Bedeutung im Regierungsviertel, in einem sich markant und kontinuierlich ändern- den Umfeld. 4) Aixhitekturwettbewerb zur Renovation und Erweiterung des Liechtensteinischen Landesmuseums in Vaduz. Bericht des Preis- gerichts, 19. Mai 1998, S. 21. 313
        

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