200 JAHRE GEMEINDEGRENZEN SCHAAN/VADUZ/ PLANKEN / ALOIS OSPELT der Abtheilung der Gemeinheiten zwischen Ruckell und Schellenberg geschehen ist, ein Plan und Be- schrieb über das Ganze aufgenommen und dann erst zur Abtheilung geschritten werden sollte. Und weil hier in Vadutz und zu Schan kein einziger Mann sey, welcher einen solchen Plan aufzuneh- men im Stand wäre, so bittet dieselbe, dass der Plan durch auswärtige Sachverständige aufgenom- men werden möchte.» Schaan wolle es «der Ge- meind Vadutz neml.[ich] zum Vergehen anrechnen, dass sie keinen Plan machen könne, und ist doch eben so wenig oder noch weniger im Stande, einen Plan zu Wege zu bringen.»78 Am 10. Juni 1796 erliess die Hofkanzlei folgen- den Bescheid: Der Gemeinde Vaduz sollte es frei stehen, eine «Abschätzung und Ausmessung der Gemeinheiten durch die beeden Moser, Vater und Sohn, oder allenfalls auch durch andere verstän- dige und unpartheyische Männer, gegen welche die Gemeinde Schaan irgend etwas Erhebliches und Gegründetes einzuwenden nicht vermag, und wel- che auch, falls sie nicht ohnehin schon zu solchen Unternehmungen beeidiget sind, auf Verlangen der Gemeinde Schaan annoch besonders zu beeidigen wären, im Beyseyn eines oberamtljichen] Kom- missärs vornehmen zu lassen.» Falls Vaduz die Sache nicht bis zum Ende des Kriegs liegen lassen wolle, habe die Gemeinde einstweilen die anfallen- den Kosten allein zu tragen, «bis sich etwa in der Folge näher bestimmen lassen würde, in wie weit die Gemeinde Schaan hieran eine Vergütung zu leisten gehalten seye.» Wenn das Oberamt die Ge- meinde Schaan «zu gleicher oder verhältnismäs- siger Tragung der Unkosten» bringen könne, wäre dies umso besser, «diesen abermaligen künftigen Streitgegenstand gleich derzeit zu vermindern.» Die Gemeinde Schaan könne «Deputirte oder sonst verständige Männer dem Ausmessungs- und Ab- schätzungswerke» auf ihre Kosten beiwohnen las- sen. Vaduz müsse Schaan Ort, Stelle und Zeitpunkt der «zu veranstaltenden Ausmessung und Schät- zung bey Zeiten» bekannt machen.7'1 Das Oberamt teilte den Gemeinden Vaduz und Schaan den Bescheid der Hofkanzlei mit.80 
Am 27. November 1796 gelangte das Oberamt an die Gerichtsschreiberei zu Dornbirn. Diese soll- te den beeidigten Feldmesser Kaspar Moser anfra- gen, ob er bereit wäre, einen Plan zur Verteilung der Gemeinheiten zwischen Vaduz und Schaan zu entwerfen. Moser habe bereits in einem ähnlichen Geschäft zwischen Ruggell und Schellenberg seine Geschicklichkeit erprobt.81 Moser sagte zu.82 Am 8. Januar 1797 teilte das Oberamt der Ge- meinde Schaan mit, «dass die geschworenen Feld- messer Moser Vater und Sohn von Dorrenbieren wirkl.[ich] dahier [d.i. in Vaduz] angekommen sind, um den Plan zur künftigen Abtheilung der Gemein- heiten ... aufzunehmen. Da nun nichts mehrer zu wünschen ist, als dass dieses Geschäft mit beider- seitiger Einverständnuss vor sich gehen und durch Missverständnuss keine weitere Kosten veranlasset werden, als wird die Gemeind Schan erinnert, dass sie zu Aufnehmung dieses Planes Abgeordnete er- wählen und zugeben sollen, damit solches in Ge- genwart beider Theilen, wohin auch die höchste Gesinnung abzielet, zu Stande gebracht werde.»83 Eine gleiche Mitteilung ging auch an die Gemeinde Planken.84 In der Folge wurde das ganze Gebiet im Beisein von Vertretern der drei Gemeinden ver- messen. Im März 1797 stand die Schätzung der ver- messenen Gemeinheiten an. Auf Ansuchen der 75) Das heisst: Beschädigung. 76) LLA RA 32/1/9. Oberamt an Gemeinde Vaduz. 8. April 1796. 77) LLA RA 32/1/11, Oberamt an Gemeinde Schaan. 23. April 1796. 78) LLA RA 32/1/12, Oberamt an Hofkanzlei. 12. Mai 1796. 79) LLA RA 32/1/13. Hofkanzlei an Oberamt, 10. Juni 1796, einge- gangen am 26. Juni 1796. 80) LLA RA 32/1/14. Oberami an die Gemeinden Vaduz und Schaan. 28. Juni 1796. 81) LLA RA 32/1/15. Oberamt an Gorichtsschreiberei zu Dornbirn. 27. November 1796. 82) LLA RA 32/1/16, Gericht Dornbirn an Oberamt. 10. Dezember 1796. 83) LLA RA 32/1/18, Oberamt an Gemeinde Schaan. 8. Januar 1797. 84) Ebenda. Oberamtsvermerk. 25
        

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